Borreliose beim Hund bleibt oft unbemerkt

Die Borreliose beim Hund ist eine Infektionskrankheit, die vor allem im Sommer durch Zecken übertragen wird. Verursacht wird sie durch den Erreger Borrelia burgdorferi, der sich im Darm der Zecke festsetzt. Wie Sie die Krankheit bei Ihrem Vierbeiner erkennen, lesen Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de.

Zecken übertragen den Erreger von Borreliose beim Hund.

Der Erreger von Borreliose beim Hund wird durch Zecken übertragen. – © Jean Kobben – Fotolia.com

Übersicht

Borrelien sind Bakterien, die durch Zecken auf Hunde übertragen werden, wenn diese sich mindestens ein bis zwei Tage dort festgesaugt haben. Hat sich die Zecke erst einmal an ihrem Wirtstier festgebissen, gibt sie die Erreger über den Speichel in die Blutbahn des Hundes ab, wo sie sich schließlich im ganzen Körper verbreiten. Wenige Tage nach dem Zeckenbiss kommt es zu Hautrötungen, die einen ersten Hinweis auf eine Borreliose beim Hund geben können. Noch nach mehreren Monaten kann der Organismus des Wirtstieres Entzündungsreaktionen entwickeln, die sich in Form von Fieber, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen und geschwollenen Lymphknoten bemerkbar machen. Letztlich gibt es aber keine für die Krankheit eindeutigen Symptome, was die Diagnose einer Borreliose beim Hund erheblich erschwert.

Wie entsteht Borreliose beim Hund?

In Deutschland und den Nachbarländern gibt es mehrere verwandte Erreger, die sowohl Hunde befallen als auch Borreliose beim Menschen verursachen. In Europa werden etwa 80 bis 90 Prozent aller Infektionen mit dem Erreger beim Menschen durch die Bakterien Borrelia afzelii und Borrelia garinii verursacht. Borrelia burgdorferi sensu stricto kommt bei uns eher selten vor, ist in den U.S.A. jedoch umso weiter verbreitet.

Häufig kommt vor allem die durch Zeckenbisse übertragbare Lyme Borreliose beim Hund vor, die nach dem amerikanischen Ort Lyme, an dem sie zum ersten Mal entdeckt wurde, benannt ist.

Speichel der Zecke enthält den Erreger

Borrelien leben im Darm der Zecke, die ihr Saugrohr in die Haut ihrer Opfer drückt und so die Epidermis, also die obere Hautschicht, durchdringt. Sie erreicht schließlich das mit Blutgefäßen durchzogene Unterhautgewebe und zerschneidet es mit speziellen Werkzeugen, die sich an ihrem Saugrohr befinden. Dadurch tritt Blut in das Gewebe aus, das die Zecke mit ihrem Saugrohr aufnimmt. Auf diese Weise ernährt sich die Zecke oftmals tagelang vom Blut ihres Opfers und gibt dabei die Borrelien aus ihrem Darm über den Speichel in das Hautgewebe des Hundes ab, wo sich die Bakterien schließlich vermehren.

Oftmals bemerkt das Opfer den Zeckenbiss gar nicht, denn die Zecke gibt mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab, so dass der Einstich keine Schmerzen verursacht, obwohl der Stechapparat der Zecke wesentlich dicker ist als etwa der einer Stechmücke. Das Übertragungsprinzip ist jedoch das gleiche wie beim Mückenstich. So wird beispielsweise Malaria beim Stich einer mit dem Erreger infizierten Mücke mit deren Speichel übertragen.

Borreliose beim Hund hat lange Inkubationszeit

Die Inkubationszeit von Borreliose beim Hund, also die Zeit zwischen Übertragung und Ausbruch der Krankheit, beträgt zwischen zwei Wochen und fünf Monaten. Letztlich verursachen Zecken bei Hunden zwar häufig Infektionen mit Borrelien, aber nicht immer kommt es auch zu einem Krankheitsausbruch, da fast 90 Prozent aller Hunde, die regelmäßig mit Zecken in Berührung kommen, Borrelien-Antikörper in sich tragen.

Daher ist die Gefahr einer Erkrankung durch Borrelien im Gegensatz zu anderen Parasiten beim Hund, wie etwa Giardien, eher gering. Die Erreger, die vor allem in Flussniederungen heimisch sind, kommen allerdings auch bei Nagetieren, Wildtieren und Vögeln vor. Besonders Vögel können Borrelien auch über sehr weite Entfernungen verbreiten.

Was tun bei Zeckenbiss?

Wird ein Zeckenbiss beim Hund festgestellt, ist es ratsam, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Hat sie sich schon mit Blut vollgesogen und eine Hautrötung verursacht, sollte sie auf Borrelien untersucht werden. Wer oft mit seinem Hund draußen unterwegs ist, sollte sein Tier täglich auf Zecken untersuchen und die Zecke entfernen, bevor sie Schaden anrichten kann.

Das gelingt bei weitem nicht immer, denn Zecken entfernen bei Hunden ist gar nicht so einfach. Sie heften sich nämlich nicht nur mit ihren Widerhaken an ihrem Saugrohr an das Wirtstier, sondern produzieren auch einige Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff, der ihnen noch mehr Halt gibt.

Zecken richtig entfernen!

Mit einem speziellen Zeckenhaken lässt sich die Zecke unkompliziert entfernen.

Mit einem speziellen Zeckenhaken lässt sich die Zecke fachgerecht und unkompliziert entfernen. – © Carola Schubbel – Fotolia.com

Bei ihrer Entfernung etwa mithilfe einer Zeckenzange ist es vor allem wichtig, sie möglichst nah an der Haut des Opfers zu greifen, damit sie nicht gequetscht werden und so womöglich noch infektiöse Körperflüssigkeiten abgeben. Noch besser haben sich so genannte Zeckenhaken bewährt. Sie sind einfach zu handhaben und in verschiedenen Größen erhältlich. Auch online gibt es Zeckenhaken günstig zu kaufen.

Den Zeckenbiss erkennen ist schon leichter gesagt als getan, aber die saugende Zecke dann auch noch schnellstmöglich zu entfernen, ist oftmals eine echte Herausforderung und oftmals klappt das nicht gleich beim ersten Versuch. Befindet sie sich an einer schwer erreichbaren Stelle, kann für die erfolgreiche Entfernung gegebenenfalls auch die Hilfe einer zweiten Person erforderlich werden. Nach dem Entfernen der Zecke kann die Einstichstelle mit einer jodhaltigen Salbe desinfiziert werden.

Schnell handeln verhindert Borreliose beim Hund

Geht die Rötung an der Einstichstelle nicht zurück oder breitet sich sogar noch weiter aus, ist ein Besuch beim Tierarzt unerlässlich, denn in diesem Fall kann eine Borreliose beim Hund vorliegen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie nicht sicher sind, wie Sie die Zecke am besten entfernen. Denn mit der zügigen und richtigen Entfernung kann die Übertragung von Krankheiten durch Zecken vermieden werden.

Symptome und Folgen der Borreliose beim Hund

Die Lyme-Borreliose ist einer der häufigsten durch Zecken übertragenen Hundekrankheiten. Sie bleibt oft unbemerkt, aber in manchen Fällen entwickeln sich bei einer Borreliose Symptome wie etwa Fieber, Appetitlosigkeit oder geschwollene Lymphknoten. Um die Bissstelle herum entsteht eine sich über Wochen vergrößernde Rötung der Haut, was aber bei Hunden eher den Ausnahmefall darstellt. Im Gegensatz zu dieser Wanderröte tritt aber fast immer eine knotenartige Entzündung an der Einstichstelle auf, von der aus sich der Erreger ausbreiten kann.

Borreliose beim Hund hat viele Symptome

Es kann dabei zu Gelenkbeschwerden sowie Schmerzen in Muskulatur, Sehnen und Knochen kommen. Darüber hinaus kann auch beim Hund die Borreliose Spätfolgen wie etwa Hirnhautentzündungen, Lähmungserscheinungen und bei manchen Hunden auch Nieren- oder Herzmuskelentzündungen nach sich ziehen. Bei einem Teil der infizierten Hunde kommt es zu wiederholten Krankheitsschüben mit unterschiedlichen Symptomen, die sich schleichend verstärken. Wird Borreliose beim Hund erst spät entdeckt, kann die Krankheit trotz Behandlung chronisch verlaufen.

Borreliose beim Hund erkennen

Kann die Zecke noch lebend entfernt werden, kann der Tierarzt sie in ein Labor schicken und dort auf Borrelien untersuchen lassen. Der Borreliose Nachweis kann auf verschiedene Weise erfolgen. Das Blut des betroffenen Hundes kann nach einem Zeckenbiss auf Borreliose-Antikörper untersucht werden, die sich jedoch frühestens zwei Wochen nach der Infektion bilden.

Eine frühere Borreliose Diagnose kann nur über den direkten Erregernachweis erfolgen. Borrelien lassen sich beispielsweise mit Hilfe von modernen molekularbiologischen Methoden direkt in der Gelenkflüssigkeit von infizierten Hunden nachweisen.

Borreliose Test hilft bei schneller Diagnose

Wer nach einem Zeckenbiss direkt Gewissheit haben möchte, ob sein Hund infiziert ist, kann die Zecke mit einem Borreliose Schnelltest sofort auf den Erreger untersuchen. Dieser Borreliose Test kann zum Erregernachweis bei Hunden, anderen Tieren und Menschen verwendet werden. Trägt die untersuchte Zecke Borrelien in sich, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Da sich bei einer Borrelien-Infektion nicht immer eine ausgeprägte Symptomatik entfaltet, ist der Schnelltest auf Borreliose beim Hund oftmals sehr hilfreich für eine erste Diagnose.

Therapie und Zeckenschutz

Wurde eine Borreliose beim Hund nachgewiesen, kann die Infektionskrankheit mit Antibiotika behandelt werden. In der Regel verschwinden die Krankheitssymptome nach einer korrekt durchgeführten Behandlung auch wieder völlig.

Es gibt allerdings Ausnahmen, in denen die Borrelien trotz Einnahme von Antibiotika nicht restlos aus dem Organismus des betroffenen Vierbeiners vertrieben werden können. Die Erreger können nämlich in Wirtszellen eindringen, wo sie von den Medikamenten nicht oder nur schwer erreicht werden. Daher werden vorzugsweise Antibiotika wie etwa Doxycyclin eingesetzt, die intrazellulär wirksam sind, also die Wand der Wirtszelle durchdringen und im Zellinneren wirken können.

Vorbeugen mit Zeckenschutz

Wie bei jeder Krankheit ist die Vorbeugung allerdings die beste Medizin, denn es gibt mehrere Arten von Zeckenschutz für Hunde. So halten beispielsweise Advantix und Frontline Zecken vom Hund fern. Diese Zeckenmittel für Hunde sind in der Regel als Sprays oder sogenannte Spot-On-Präparate, die auf die Haut der Tiere geträufelt werden, erhältlich. Nach dem Auftragen verbreitet sich der Wirkstoff nach und nach über die gesamte Körperoberfläche und tötet die Zecken ab, sobald sie damit in Kontakt kommen. Auch das Zeckenhalsband Scalibor enthält einen Wirkstoff, der für den Erreger tödlich ist und dadurch einen wirksamen Schutz gegen Borreliose beim Hund bietet.

Homöopathie gegen Borreliose beim Hund

Manche Hundehalter schwören allerdings auf den Einsatz homöopathischer Mittel und verabreichen ihren Hunden Globuli gegen Zecken oder verwenden ätherische Naturheilmittel wie etwa Teebaumöl, um die Parasiten von ihren Tieren fernzuhalten. Eine Borreliose Impfung ist bei Hunden auch möglich, allerdings gibt es hier nur einen zugelassenen Impfstoff, der lediglich gegen die Erreger der Lyme Borreliose beim Hund, nicht aber gegen andere von Zecken übertragene Krankheitserreger wirksam ist.

Borreliose bei Katzen

Auch Katzen können sich mit Borreliose infizieren.

Auch Katzen sind gefährdet, sich mit Borreliose zu infizieren, vor allem, wenn sie draußen frei herumlaufen dürfen. – © Albert Pschera

Dass Zecken bei Katzen vorkommen, ist auch keine Seltenheit und auch hier gilt es, die Zecken bei Katzen entfernen zu lassen, bevor sie Schaden anrichten können. Ob der geliebte Stubentiger sich nach einem Zeckenbiss mit Borrelien infiziert hat, lässt sich genau wie beim Hund mithilfe eines Schnelltests feststellen. Je schneller Sie eine vorhandene Borreliose bei Ihrer Katze erkennen, desto größer ist die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung Ihrer Katze.

Zeckenmittel für Katzen

Es gibt aber auch Zeckenmittel für Katzen, die vorbeugend wirken. So kann beispielsweise Frontline nicht nur bei Hunden, sondern auch als Mittel gegen Zecken bei Katzen eingesetzt werden, während sich Advantix nicht als Katzen Zeckenschutz eignet. Da Katzen im Gegensatz zu Hunden viel häufiger auf eigenständige Streifzüge durch die Natur gehen, werden sie auch entsprechend häufiger mit Zecken befallen. Aus diesem Grund sollten sie mithilfe von Zeckenhalsbändern oder Spot-On-Präparaten so gut wie möglich geschützt werden.

Borreliose beim Hund und bei Katzen bleibt oftmals unbemerkt, da sie nur selten Symptome entwickeln. Unbehandelt, kann die Krankheit jedoch chronisch werden. Zur Vorbeugung gegen eine Borrelien-Infektion durch Zeckenbisse können Sie entsprechende Zeckenhalsbänder oder Spot-on-Präparate verwenden. Wurde Ihr vierbeiniger Liebling von einer Zecke gebissen, können Sie sich mit Hilfe eines Schnelltests selbst vergewissern, ob sie mit Borrelien infiziert ist und die Erreger möglicherweise auf Ihr Tier übertragen hat. Einen Test auf Borreliose beim Hund können Sie auf Heimtest-Schnelltests.de hier bestellen.

Quellen (Auswahl):
https://de.wikipedia.org/wiki/Lyme-Borreliose_des_Hundes
https://www.drc.de/gesundheit/borreliose
https://www.tierklinik-birkenfeld.de/