Diabetes beim Hund erkennen und behandeln

Diabetes beim Hund ist eine Stoffwechselkrankheit, die wie der Diabetes mellitus beim Menschen häufiger im fortgeschrittenen Alter vorkommt. Hier auf Heimtest-Schnelltests.de erfahren Sie mehr über Diagnose, Therapiemöglichkeiten und wie Sie Ihren Hund vor einer Erkrankung schützen können.

Diabetes beim Hund äußert sich durch ständigen Durst und Müdigkeit.

Ist Ihr Hund immer durstig und müde? Dann könnte Diabetes beim Hund die Ursache sein. – © Mara Zemgaliete – Fotolia.com

Übersicht

Diabetes mellitus ist die medizinische Bezeichnung für eine Erkrankung, bei der die hormonelle Regulation des Glukose Stoffwechsels beeinträchtigt ist. Caniner Diabetes ist der Fachbegriff, wenn der Haushund (lateinisch: canis, Hund) betroffen ist.

Risiko wächst mit dem Alter

Der Diabetes beim Hund wird überwiegend ab einem Alter von sieben Jahren festgestellt. Das Risiko zu erkranken wächst mit zunehmendem Alter. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu einem Prozent der Haushunde an Diabetes erkrankt sind.

Häufige Krankheit bei Hunden

Damit zählt sie genau wie Diabetes beim Menschen zu den häufigsten endokrinologischen, das heißt, hormon-bedingten Krankheiten bei Hunden. Unter den weiblichen Hunden erkranken deutlich mehr als unter den männlichen. Bei einigen Hunderassen (beispielsweise Dackel, Zwergschnauzer, Pudel, Beagle) wurde die Erkrankung öfter als bei anderen festgestellt.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Hund ein höheres Risiko für bestimmte rassenbedingte oder erbliche Erkrankungen wie Diabetes hat, können Sie einen Hunde-DNA-Test nutzen. Erbkrankheiten können damit frühzeitig erkannt und behandelt oder sogar verhindert werden.

Zunehmende Zahl an Erkrankungen

Die Zahl der erkrankten Tiere hat in den letzten Jahren zugenommen, wobei nicht endgültig geklärt ist, ob dies mit einer ansteigenden Krankheitshäufigkeit im Zusammenhang steht oder mit der verbesserten Diagnostik, die eine solche Hormonstörung aufdeckt.

Wie entsteht Diabetes beim Hund?

Übergewicht ist eine der häufigsten Ursachen für Diabetes beim Hund.

Wie beim Menschen ist Übergewicht eine der häufigsten Ursachen für Diabetes beim Hund. – © aseph – Fotolia.com

Nahezu alle Lebewesen nutzen den Zucker aus der Nahrung zur Gewinnung von Energie. Dabei wird die Glukose über das Blut zur weiteren Verwertung in die Zelle geschleust unter der Wirkung des Hormons Insulin. Es wird von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse bereitgestellt.

Der gesunde Organismus passt die Ausschüttung von Insulin an die aktuelle Blutzucker-Situation an. Durch viele ineinandergreifende und eng regulierte Mechanismen wird die Zuckerkonzentration im Blut konstant gehalten.

Typ-I-Diabetes beim Hund

Bei Insulin-Mangel wird zu wenig Glukose in die Zelle zur Energieerzeugung geschleust und die Blutzuckerkonzentration außerhalb steigt an. Es kommt zu einem intrazellulären Glukosemangel und Hyperglykämie (Blutzuckeranstieg). Ein Insulin Defizit kann sich als absoluter Mangel äußern, wenn zu wenig Insulin bereitsteht. Ein Grund ist die unzureichende Produktion in der Bauchspeicheldrüse. Dabei handelt es sich um den Typ-I-Diabetes.

Typ-II-Diabetes beim Hund

Eine weitere Form, der Diabetes mellitus vom Typ-II, betrifft die Nutzung des vorhandenen Insulins. Die Zielzellen sprechen nicht auf das vorhandene Insulin an. Es wird kein Zucker in die Zellen aufgenommen. Sie sind insulin-resistent.

Diabetes beim Hund ist in den meisten Fällen vom Typ I. An dem Mechanismus, der zu einer verringerten Insulin-Synthese führt, sind oft mehrere Faktoren beteiligt. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, genetische Faktoren oder Auto- Immunreaktionen gehören dazu. Bei 50 % der Hunde finden sich Antikörper, die gegen die Beta-Zellen gerichtet sind. Diese fälschlicherweise gegen das körpereigene Gewebe gerichtete Abwehrreaktion schädigt das Insulin produzierende Organ.

Hormone beeinflussen Insulinwirkung

Krankheiten dieser Art werden als Autoimmunerkrankungen bezeichnet. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und hormonelle Störungen, bei denen Hormone betroffen sind, die die Wirkung des Insulins beeinflussen. Dazu zählen Morbus Cushing oder ein Wachstumshormonüberschuss. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann Diabetes bei Hunden auslösen.

Im Gegensatz zu den Hunden handelt es sich beim Diabetes bei Katzen um den Typ-II. Betroffen sind vor allem ältere und übergewichtige Tiere. Hier finden sich Parallelen zum Diabetes beim Menschen: Bei Übergewicht steigt das Risiko, an einem Diabetes zu erkranken um das Mehrfache.

Diabetes beim Hund – Symptome

Erblindung oder Katarakt können die Folge von Diabetes beim Hund sein.

Zu den möglichen Folgen von Diabetes beim Hund zählen Augenkrankheiten wie Katarakt und Erblindung. – © Gertraude Ziller

Die Anzeichen für einen Diabetes beim Hund resultieren aus den zwei wesentlichen Veränderungen im Stoffwechsel: den Mangel in der Zelle für die Energiegewinnung und dem Anstieg der (nicht verwerteten) Glukose im Blut.

Mit dem anhaltenden Hungergefühl und einer gesteigerten Nahrungsaufnahme wird versucht, den Energiemangel auszugleichen. Einsetzender Gewichtsverlust zeigt, dass dies nicht von Erfolg gekrönt ist.

Mögliche Anzeichen: Durst, Müdigkeit, Schwäche

Bei den Hunden fallen Abgeschlagenheit, Schwäche und Gewichtsabnahme auf. Durch die erhöhte Konzentration von Zucker bei Hunden nehmen sie mehr Flüssigkeit zu sich. Sie verspüren starken Durst (Polydipsie) und zeigen einen vermehrten Harndrang.

Der Köper versucht, sich der überschüssigen Glukose über eine verstärkte Ausscheidung zu entledigen. Sie erfolgt über die Niere unter gleichzeitigem Verlust großer Flüssigkeitsmengen (Polyurie). Dies verstärkt das Durstgefühl.

Glukose im Urin ist ein eindeutiges Symptom für Diabetes beim Hund

Gesunde Tiere scheiden keinen Zucker im Urin aus. Das verändert sich, wenn die Blutzuckerkonzentration einen Wert erreicht, der oberhalb der Nierenschwelle liegt. Das heißt, die Niere kann die großen Mengen nicht mehr verwerten, ihre Kapazität ist überschritten. Als Folge tritt Zucker in den Urin über.

Vermutet man bei einem Hund Diabetes, lohnt es, neben den allgemeinen körperlichen Anzeichen, den Nachweis von Glukose im Urin hinzuzuziehen. Einige Hunde zeigen zusätzlich Schwächen in den Hinterbeinen und schlecht verheilende Wunden.

Nicht immer ist Diabetes die Ursache für Krankheitsanzeichen

Hautentzündungen, Gewichtsverlust kombiniert mit anhaltendem Durchfall sprechen dagegen für andere Krankheiten beim Hund, beispielsweise den Befall mit Dünndarm Parasiten, den Giardien, die häufiger junge Hunde befällt und von Diabetes abzugrenzen ist. Ältere Tiere zeigen weniger Symptome, ähnlich wie bei der Borreliose beim Hund. Bei dieser Erkrankung treten die Anzeichen häufig erst viel später auf und können sehr unspezifisch sein.

Diagnose von Diabetes beim Hund

Es gibt überzeugende Anzeichen, die auf einen Diabetes beim Hund hindeuten. Ob tatsächlich erhöhter Zucker beim Hund die Ursache der Beschwerden ist, kann mit einem einfachen Urintest bestätigt werden.

Urinstreifen für Hunde sind einfach zu handhaben und bringen auch Ungeübten Gewissheit. Urintests haben den Vorteil, dass die Probenahmen unkompliziert und für das Tier wenig belastend sind. Damit bietet sich für Hundehalter regelmäßig die Möglichkeit, insbesondere bei alternden Tieren, selbst auf Glukose im Urin zu testen. Darüber hinaus eignet sich die Kontrolle der Glukose im Urin auch, um die Wirksamkeit der Insulin-Therapie zu ermitteln.

Urinteststreifen für Hunde können mehr als Blutzucker messen

Neben dem Zucker lassen sich weitere Urinbestandteile mit dem Streifentest nachweisen. Auf dem Teststreifen befinden sich verschiedene Reagenzbereiche, die je nach Abfärbung qualitative und semi-quantitative Aussagen über die Urin-Zusammensetzung erlauben.

Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf Veränderungen im Kohlenhydratstoffwechsel und der Nierenfunktion sowie das Vorhandensein von Bakterien zu. So kann nicht nur Diabetes beim Hund mithilfe dieser Teststreifen diagnostiziert werden, sondern z. B. auch eine Blasenentzündung. Bis zu zehn Parameter lassen sich im Urin bestimmen. Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind Hinweise auf eine Infektion, bei einer Farbveränderung im Nitrit-Feld, können Bakterien beteiligt sein.

Ausscheidungen von Eiweiß, der Nachweis von Blut im Urin und Veränderungen des pH-Wertes können ebenfalls über den Urinstreifentest sichtbar werden. Die Test-Ergebnisse können Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben. Für die Abklärung sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ein Blutzuckermessgerät für Hunde erleichtert die regelmäßige Kontrolle

Ein Blutzuckermessgerät fur Hunde ermöglicht die Diagnose von Diabetes beim Hund.

Mit einem Blutzuckermessgerät für Hunde können Sie Diabetes beim Hund erkennen und die Werte kontrollieren. – © antoine-photographe – Fotolia.com

Bei einem bekannten Diabetes beim Hund muss man neben der Urinuntersuchung den Blutzucker messen beim Hund.

Am besten geeignet sind Messgeräte, die für Hunde und Katzen ausgelegt, das heißt, entsprechend kalibriert sind. Der Blutwert wird im Vollblut gemessen, aber als Konzentration pro Volumen Blutplasma ausgegeben. Das Gerät korrigiert die gemessenen Werte.

Ein Blutzuckermessgerät für Hunde berücksichtigt, dass sich die Verteilung der Glukose im Blut von Hunden, Katzen und Menschen sowie der Plasmaanteil unterscheiden. Wird ein Gerät für menschliches Blut für Hunde eingesetzt, werden ungenaue Werte, in der Regel zu niedrige, erhalten. In der Praxis bedeutet dies, dass eine vorhandene diabetische Stoffwechsellage zu spät erkannt wird.

Wie lässt sich Hunde-Diabetes behandeln?

Erkranken Hunde an Diabetes, bedeutet dies eine lebenslange Behandlung mit Insulin und eine Anpassung der Lebensgewohnheiten. Darüber hinaus ist eine rasche Kastration des Hundes angezeigt, da bei den weiblichen Tieren während der Läufigkeit Hormone freigesetzt werden, die die Zuckersituation ungünstig beeinflussen.

Richtige dosierung von Insulin wichtig

Im Vordergrund steht die Gabe von Insulin, das unter die Haut gespritzt wird. Es handelt sich um Insuline, die durchschnittliche zwölf Stunden wirksam sind, sodass sie zweimal täglich verabreicht werden müssen. Das in Deutschland zugelassene Insulin für Hunde heißt Caninsulin.

Die genaue Dosis wird für jeden Hund individuell unter Berücksichtigung des Körpergewichts ermittelt. Es ist wichtig, diese Mengen einzuhalten, da eine zu geringe Insulingabe und die Überdosierung schwerwiegende Folgen haben können. Wird zu viel Insulin gespritzt, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung. Erkennbar ist solch ein Zustand durch Auffälligkeiten im Verhalten wie Rastlosigkeit, Zittern, apathische Ruhe oder Krämpfe.

Regelmäßige Blutzuckermessung in der Anfangsphase

Besonders in der Anfangsphase der Behandlung wird der Arzt den Hundehalter auffordern, die Wirkung des Insulins über eine Blutzuckermessung zu verfolgen, um Hypoglykämien frühzeitig zu erkennen.

Am besten eignet sich der Zeitpunkt, an dem die Insulinwirkung den Blutzucker am stärksten senkt (Nadir des Insulins). Das ist nach fünf bis sechs Stunden der Fall. Ist die Insulinmenge optimal, normalisieren sich die klinischen Symptome (Durst, Appetit, Körpergewicht, Harnvolumen). Zusätzlich ist im Urin kein Zucker mehr mit dem Urinteststreifen nachzuweisen.

Zur Behandlung gehört ebenfalls eine optimale Ernährung bei Hunden. Denn eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen zählt zur effektiven Gesundheitsvorsorge bei Tieren wie bei Menschen.
Eine konstante Zusammensetzung der Nahrung, Fütterung in drei bis vier Portionen am Tag und zur gleichen Uhrzeit erleichtern die Insulin Einstellung. Als hilfreich hat sich die Fütterung mit Spezialfutter für diabetische Hunde wie Royal Canin Diabetic Diet* erwiesen.

Vorbeugen ist besser als heilen!

Die beste Vorbeugung gegen Diabetes beim Hund sind gesunde Ernährung und viel Auslauf bei jedem Wetter.

Neben gesunder Ernährung ist viel Bewegung im Freien, bei jedem Wetter, die beste Vorbeugung gegen Diabetes beim Hund. – © Albert Pschera

Eine Reihe von menschlichen Verhaltensweisen und Eigenheiten werden auf die Haltung ihrer Hunde übertragen. Deshalb wundert es nicht, dass ähnlich wie beim Menschen, immer mehr Hunde übergewichtig werden.

Dass es sich dabei nicht nur um ein ästhetisches Problem handelt, zeigen die Statistiken, die die Zunahme verschiedener Erkrankungen bei übergewichtigen Tieren belegen. Übergewicht ist das Ergebnis einer jahrelangen Fehlernährung, häufig gekoppelt mit Bewegungsmangel.

Nahezu jeder fünfte Hund und jede dritte Katze gilt als übergewichtig!

Gesunde Ernährung und Bewegung erhalten Ihren Hund gesund

Inzwischen steigt die Zahl der Hunde, die an dem Diabetes vom Typ II erkranken. Eine fett –und kohlenhydratarme sowie rohfaserreiche Kost, das hochwertige Eiweiß enthält, hilft, das Idealgewicht zu halten beziehungsweise zu erreichen und auf diese Weise einer Zuckerkrankheit bei Hunden vorzubeugen.

Vorzuziehen ist eine Fütterung zweimal am Tag unter Berücksichtigung der zugeführten Energie im Vergleich zu einer Sattfütterung, wo der Hund fressen darf, so viel er mag. Auch zusätzliche Snacks oder Leckerli tragen zum Übergewicht bei. Regelmäßige Bewegung draußen, kurbelt den Energiestoffwechsel an, trägt zum Wohlbefinden bei und verhindert dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte beim Hund.

Hunde-Diabetes ist eine hormonelle Störung beim Hund, die das Blutzucker senkende Hormon Insulin betrifft. Wird er frühzeitig erkannt, dann ist der Diabetes beim Hund gut behandelbar. Mithilfe des Urinteststreifens lässt sich Glukose im Urin als Leitsymptom dieser Erkrankung nachweisen. Bei Behandlung mit Insulin steht der Zucker wieder für die Energiegewinnung zur Verfügung, was den Glukosewert im Blut senkt. Bei guter therapeutischer Einstellung ist im Urin keine Glukose mehr nachweisbar. Urinteststreifen und Blutzuckermessgeräte für Hunde können Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de bestellen.

Quellen:
https://www.bft-online.de/kleintiergesundheit/2013/diabetes-bei-hunden-und-katzen/hintergrundinformationen-diabetes-bei-hunden-und-katzen/, abgerufen am 31.01.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Caniner_Diabetes_mellitus, abgerufen am 31.01.2020
https://www.vetsulin.com/vet/Diagnosis.aspx, abgerufen am 31.01.2020
https://www.tieraerzteverband.de/smile/smile-tiergesundheit/hund/diabetes.php, abgerufen am 31.01.2020