Toxoplasmose – gefährliche Infektionskrankheit für Schwangere

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel Katzen befällt, jedoch auch auf den Menschen übertragen werden kann. Vor allem während der Schwangerschaft kann diese Infektion das ungeborene Kind gefährden. Erhalten Sie auf Heimtest-Schnelltests.de die wichtigsten Informationen über Toxoplasmose und wie Sie sich als Schwangere davor schützen können.

Toxoplasmose wird über Zwischenwite auf den Menschen übertragen.

Der Toxplasmose-Lebenszyklus: So wird der Erreger übertragen. – © designua – Fotolia.com, Übersetzung: Rosali Ziller

Die Infektionskrankheit Toxoplasmose wird immer wieder im Zusammenhang mit Schwangerschaft gebracht, doch viele Menschen wissen nicht genau, was es mit der Krankheit auf sich hat. Eine Toxoplasmose Infektion ist nur durch einen Labortest zu erkennen.

Deshalb ist es nach einem positiven Schwangerschafts-Frühtest ratsam, sich gleich zu Beginn der Schwangerschaft nicht nur über eine mögliche Infektion mit STD und STI zu informieren, sondern sich auch einem Test auf Toxoplasmose Erreger zu unterziehen. So kann im Falle einer Infektion rechtzeitig eine Therapie eingeleitet werden. Sollte eine Infektion vorliegen, kann der behandelnde Arzt mit einer geeigneten Medikation die Sicherheit des ungeborenen Kindes vor dem Erreger gewährleisten.

Was ist Toxoplasmose und wie kann man sich anstecken?

Toxoplasmose ist eine bei Katzen häufig auftretende Infektionskrankheit. Sie wird hervorgerufen durch den Parasiten Toxoplasma gondii, einem Einzeller, der weltweit verbreitet ist. Der Erreger ist ein Verwandter des ebenfalls weltweit verbreiteten Malaria-Erregers. Für diesen Parasiten dienen Katzen als Wirtstiere, allerdings können auch alle anderen Säugetiere als Zwischenwirt befallen werden.

Infektionsrate steigt mit Lebensalter

Laut RKI sind ca. 30 % der Weltbevölkerung mit Toxoplasma gondii infiziert. In Deutschland steigt die Infektionsrate mit zunehmendem Lebensalter. Während bei Erwachsenen durchschnittlich jeder zweite infiziert ist, steigt die statistische Wahrscheinlichkeit einer Toxoplasmose-Infektion bei älteren Menschen auf über 70 %.

Entwicklungszyklus der Toxoplasmen

Der Entwicklungszyklus des Erregers  verläuft in drei Stadien: als Sporozoit in Oozysten, welche nur vom Endwirt – der Katze – ausgeschieden werden, als Tachyzoit, wobei Toxoplasma gondii in ein aktives Vermehrungsstadium in End- und Zwischenwirt eintritt, oder als Bradyzoit, seinem Ruhestadium, dass er in Gewebezysten im End- und Zwischenwirt einnimmt. Dabei durchdringen die Erreger die Darmwand und bilden in der Muskulatur oder auch anderen Organen Zysten, die lebenslang überdauern.

Übertragungswege auf den Menschen

Toxoplasmose kann Zysten im Gehirn verursachen.

Durch Toxoplasmose können sich Zysten im Gewebe bilden, hier im menschlichen Gehirn. – © CDC/ Dr. Martin Hicklin, (https://phil.cdc.gov/phil/home.asp)

Übertragen werden kann der Toxoplasmose Erreger durch den Kontakt mit Katzenkot. Anders als beispielsweise eine Chlamydieninfektion sind Toxoplasmen nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Übertragung durch rohes Fleisch

Allerdings ist auch eine Übertragung durch rohes Schaf- oder Schweinefleisch möglich, da diese Tiere ebenfalls als Zwischenwirte für Toxoplasma gondii fungieren. Da die Erreger im Fleisch sehr widerstandsfähig sind, bleiben sie auch bei gekühltem Fleisch bis zu drei Wochen infektiös.

Infektion vermeiden

Abtöten lassen sich die Parasiten durch Einfrieren bei unter – 20° C oder Erhitzen auf über 70° C. So sollte Schweine- und Schaffleisch vor dem Verzehr immer gut durchgebraten werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Durch das Zubereiten von Schweinefleisch machen viele Menschen  diese Infektion irgendwann einmal durch und tragen den Erreger ohne es zu wissen in sich.

Toxoplasmose ist meldepflichtig

Oft bleiben die infizierten Personen symptomfrei, es kann aber auch zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen und beispielsweise Lymphknotenschwellungen kommen. Diese Beschwerden können einige Monate lang anhalten. Wird die Krankheit während der Schwangerschaft auf das Ungeborene übertragen, ist die Toxoplasmose-Infektion nach §7 Abs. 3 IfSG meldepflichtig. Die Meldepflicht gilt allerdings nur für Toxoplasmose-Infektionen, die während oder bei der Geburt erfolgen.

Toxoplasmose bei Katzen

Bei Katzen macht sich eine Infektion gewöhnlich kaum bemerkbar, es sei denn, das Tier hat ein bereits geschwächtes Immunsystem. In der Regel machen die Tiere die Infektion nur einmal im Leben durch und entwickeln daraufhin eine Immunität. Leichter Durchfall oder Fieber können bei einer Erstinfektion aber auftreten, wenn sich Toxoplasma gondii im Darm befindet.

Symptome bei Katzen

Ist der Parasit in deiner Vermehrungsphase kann bei befallenen Tieren Husten, Atembeschwerden, Durchfall oder Gelbsucht beobachtet werden. Auch Augen- oder Herzmuskelentzündungen können auftreten, in schlimmen Fällen eine Enzephalitis. Diagnostiziert werden kann eine Toxoplasmose bei Katzen durch Kot- und Bluttests, die beim Tierarzt durchgeführt werden.

Schwangerschaft und Toxoplasmose

Während eine Infektion mit Toxoplasmose bei den meisten Menschen harmlos verläuft, kann sie bei Schwangeren zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen. So sollten schwangere Frauen nicht nur den Kontakt mit Katzenkot vermeiden, indem sie einem anderen Familienmitglied die Reinigung der Katzentoilette übertragen, sondern auch die Ernährung während der Schwangerschaft und vor allem die Zubereitung von rohen Fleischprodukten genauestens planen.

Gefahren für Ungeborene

Tritt eine Neuinfektion mit Toxoplasmose im ersten oder zweiten Drittel der Schwangerschaft ein, kann es zu Entwicklungsstörungen, Missbildungen beim Fötus führen bis hin zu einer Fehlgeburt. Organschäden als Folge einer Toxoplasmose-Infektion sind dann wahrscheinlicher. Lunge, Gehirn, Herz oder Augen können von Entzündungen betroffen sein. Auch bleibende geistige Behinderungen sind möglich.

Auf Hygiene im Haushalt achten

Deshalb ist besonders beim Zubereiten von Schweinefleisch höchste Hygiene wichtig. Schwangere Sollten entweder mit Einweghandschuhen arbeiten oder sich nach dem Umgang mit rohem Fleisch gründlich die Hände waschen. Achten Sie während des Umgangs mit rohem Fleisch darauf, Augen und Mund nicht zu berühren. Auch Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr gewaschen werden.

Das Verspeisen von Rohmilch oder nicht durcherhitztem Fleisch wie Schweinemett sollte grundsätzlich vermieden werden. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil es während der Schwangerschaft zu einer Verstärkung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen kann.

Ist ein Toxoplasmose Test sinnvoll?

Rechtzeitig durch einen Antikörpertest erkannt, kann bei einer Toxoplasmose Infektion durch den behandelnden Arzt medikamentös gegengesteuert werden, sodass das Ungeborene keinen Schaden nimmt. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto geringer ist die Gefahr für das Kind.

Frühzeitige Diagnose wichtig

Aus diesem Grund sollten Schwangere mit einem Toxoplasmose Bluttest direkt zu Beginn der Schwangerschaft abklären, ob sie den Erreger bereits in sich tragen oder nicht. Haben sie bereits vor der Schwangerschaft eine Toxoplasmose Infektion durchlebt, hat der Körper Antikörper gebildet und es besteht keine Gefahr für das Ungeborene. Eine Infektion ist während der ganzen Schwangerschaft möglich und für das Kind gefährlich.

Auch wenn zu Beginn der Schwangerschaft keine Infektion mit Toxoplasma gondii vorliegt, wird von Experten empfohlen, alle acht Wochen den Test zu wiederholen. Dadurch ist jederzeit gewährleistet, dass eine Infektion früh genug erkannt wird, um wirksam zu therapieren und Schäden für das ungeborene Kind zu vermeiden.

Was kostet der Toxoplasmose Test?

Ein Test auf Toxoplasmose ist in der Regel keine Kassenleistung, sondern wird von Ärzten als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Das heißt, Sie müssen die Kosten für den Toxoplasmose Test selbst aufbringen. Durchschnittlich fallen dafür 14 bis 16 Euro an.

Tipp: Einige gesetzliche Krankenkassen sind kulanter und bezahlen mehr Vorsorgeleistungen als andere. Schwangere sind deshalb gut beraten, die Vorsorgeleistungen der GKV zu vergleichen. Dies geht einfch und bequem online mit einem Vergleichsrechner!

  • Öffnen Sie den Beitragsrechner.
  • Wählen Sie Ihr Bundesland und Einkommen aus.
  • Klicken Sie „weitere Optionen“ an.
  • Wählen Sie „Leistungskriterien festlegen“.
  • Unter dem Reiter „Schwangerschaft“ wählen Sie „Toxoplasmose“.
  • Klicken Sie auf „Ergebnisse berechnen“!

Ausführliche Informationen zum Thema Leistungen der GKV für Gesundheitstests finden Sie in diesem Beitrag.

Information bringt Sicherheit

Schwangere sollten sich des Risikos einer Toxoplasmose-Infektion bewusst sein und sich rechtzeitig testen lassen. Informieren Sie sich über Risiken und Gefahren einer Infektion während der Schangerschaft.

Bücher zum Thema Toxoplasmose

Interessante Lektüre zum Thema finden Sie hier. Nur so können sie sicher sein, dass das ungeborene Baby keine Schäden davonträgt. Wenn Sie zudem alle Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit rohem Fleisch und Katzenkot beachten, ist eine Ansteckung mit Toxoplasmose so gut wie ausgeschlossen.

Infektionen in der Schwangerschaft

Aber auch das Risiko einer unentdeckten Chlamydieininfektion sollten Sie durch einen Test zu Beginn einer Schwangerschaft ausschließen. Chlamydientests können Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de diskret und problemlos anfordern und zu Hause schnell und zuverlässig durchführen.

Infektionen bei Katzen

Hat Ihre Katze häufiger Durchfall? Dann sollten Sie auch eine Infektion mit Giardien in Betracht ziehen. Diese zählt zu den häufigsten Infektionen bei Katzen und ist mit einem speziellen Giardientest unkompliziert zu Hause nachweisbar.

Toxoplasmose ist eine durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursachte Infektionskrankheit, von der meist Katzen betroffen sind. Sie kann auf Menschen übertragen werden und ist insbesondere für Schwangere gefährlich. Unerkannt und unbehandelt, kann Toxoplasmose Ungeborene irreparabel schädigen. Ein Toxoplasmose Test kann eine Infektion frühzeitig aufdecken. Dies ermöglicht eine gezielte Therapie und verhindert Folgeschäden für Neugeborene.

Quellen (Auswahl):
https://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasmose
http://www.med.uni-magdeburg.de/toxonet/
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Toxoplasmose.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasma_gondii
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Toxoplasmose.html
https://www.imd-greifswald.de/patienten-gesundheit-toxoplasmose.html