Giardien gefährden Mensch und Tier

Giardien sind Darmparasiten, die weltweit vor allem bei Säugetieren vorkommen. Als Zoonoseerreger können sie auch die Gesundheit des Menschen erheblich gefährden. Neben Spulwürmern gehören Giardien zu den häufigsten Parasiten bei Hunden und Katzen, die Hunderttausende der infektiösen Zysten über ihren Kot ausscheiden. Mehr hier auf Heimtest-Schnelltests.de.

Giardien können Krankheiten bei Menschen und Tieren verursachen.

Giardien können bei Menschen und Tieren Durchfallerkrankungen und Entzündungen verursachen. – © Dr. Stan Erlandsen; Dr. Dennis Feely, Center for Disease Control via Wikimedia Commons

Bei der Giardiasis handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch den Darmparasiten Giardia lamblia ausgelöst wird und hauptsächlich zu Symptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führt. Ursachen für eine Infektion mit dem Erreger können hygienische Mängel, kontaminiertes Trinkwasser oder befallene Nahrungsmittel sein. Oftmals existiert der Parasit, ähnlich wie Pilze oder Bakterien, unbemerkt im menschlichen Dünndarm, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion über den Kot befallener Säugetiere. Der weltweit verbreitete Erreger kommt besonders häufig im warmen Klima südlicher Länder vor und wird ähnlich wie Malaria oftmals von Urlaubern nach Deutschland gebracht. Allein hier wurden 2013 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 4.145 Infektionsfälle bekannt.

Was sind Giardien?

Giardia lamblia bildet Zysten, die über den Kot ausgeschieden werden.

Giardia lamblia überlebt in Zysten, die über den Kot des infizierten Organismus ausgeschieden werden. – © Joel Mills via Wikimedia Commons

Giardien sind mikroskopisch kleine Parasiten im Darm, die sich häufig im Dünndarm von Hunden, Katzen und Menschen einnisten. Es handelt sich dabei um einzellige Parasiten, die hochpathogen, also sehr ansteckend sind, und sich vor allem in Tierheimen mit mehreren Hunden und Katzen auf engstem Raum schnell verbreiten. Die Giardien treten zunächst als sogenannte Trophozoiten im Darm auf, aus denen sich schließlich die infektiösen Zysten bilden, die über den Kot in die Umgebung gelangen. Da die Zysten auch außerhalb des Körpers überlebensfähig sind, gilt diese Lebensform des Erregers als Hauptverursacher der Giardiasis.

Giardien beim Hund

Beim Hund kommen weltweit zwar verschiedene Arten von Giardien vor, besonders häufig aber Giardia lamblia, auch als Giardia intestinalis bezeichnet. Diese Parasiten zählen zu den Geißeltierchen und heften sich an die Darmwand des Hundes, wo sie erheblichen Schaden anrichten. Die Hundekrankheit Giardien löst beim Hund Magen-Darm Probleme wie Durchfall und Erbrechen aus. Darüber hinaus können Giardien beim Welpen leicht zu erheblichen Krankheitssymptomen führen, da das Immunsystem der Jungtiere noch nicht so gestärkt ist wie das erwachsener Tiere.

Giardien bei Katzen

Giardien, oft auch als Lamblien bezeichnet, kommen bei Katzen ebenfalls sehr häufig vor. Besonders gefährdet sind Jungkatzen, die meist im Alter von sechs bis zwölf Monaten erkranken. Auch hier lösen die Parasiten Durchfälle aus, die mit der Abmagerung der Tiere einhergehen. Katzen entwickeln in der Regel dann ausgeprägte Symptome, wenn ihr Immunsystem schon durch andere Krankheiten oder aufgrund ihres hohen Alters geschwächt ist. Manchmal sind ganze Tierheimbestände von Giardien befallen, da das Zusammenleben vieler Katzen in engen Räumlichkeiten dort leicht zur Verbreitung des Erregers führen kann.

Giardien beim Menschen

Neben Bakterien wie etwa Helicobacter pylori, die sich in der Magenschleimhaut des Menschen einnisten, oder Parasiten wie Toxoplasma gondii, die beim Menschen die Infektionskrankheit Toxoplasmose hervorrufen können, kommen bei unserer Spezies auch Giardien vor. Ein Mensch muss mindestens zehn oder mehr infektiöse Zysten aufnehmen, um zu erkranken. Allerdings stellt die Magensäure für diese Parasiten beim Menschen eine natürliche Barriere dar, und erst, wenn sie es geschafft haben, den Magen zu passieren, können sie sich im Darm einnisten. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infizierung und Ausbruch der Krankheit, liegt bei der Lamblien-Infektion im Durchschnitt zwischen sieben und zehn Tagen.

Wie werden Giardien übertragen?

Die Gardien Übertragung erfolgt über die Exkremente infizierter Tiere, wobei es beim Kontakt gesunder Tiere mit dem infektiösen Kot zu einer sogenannten fäkal-oralen Schmierinfektion kommt. Verbreitet werden die Parasiten sehr häufig über kontaminiertes Trinkwasser oder Nahrungsmittel, die mit dem Erreger verseucht sind.

Die Gardien umgeben sich mit einer schützenden Hülle, bevor sie sich über den Kot ausscheiden lassen, und können so tage- oder wochenlang überleben, bis sie von anderen Wirtstieren oder Menschen über Wasser und Nahrung aufgenommen werden. In feuchter Umgebung bleiben die Parasiten bis zu sieben Wochen infektiös, in einer Wassertemperatur um die 4 °C bis zu drei Monaten und unter optimalen Lebensbedingungen sogar noch länger.

Vor allem bei der Aufbereitung des Trinkwassers stellen die Giardien ein hartnäckiges Problem dar, da sie weder durch Chlor noch durch Ultraviolettstrahlung abgetötet werden und ihre Isolierung vom Wasser oftmals nur mithilfe eines aufwendigen Filtrationsverfahrens möglich ist. Haben sich die Parasiten einmal im Darmtrakt eingenistet, vermehren sie sich dort unaufhaltsam, sodass die Giardieninfektion ihren Lauf nimmt. Wie bei der Verbreitung von Legionellen spielt also auch bei der Übertragung der Giardien mangelhafte Trinkwasserhygiene eine besonders wichtige Rolle. Neben den Giardien gelangen auch die meisten anderen Erreger wie etwa Chlamydien oder Streptokokken, die bei uns ebenfalls verbreitet sind, aufgrund nachlässiger Hygiene in den menschlichen Körper. Streptokokken, die sich auf der menschlichen Haut befinden, finden ihren Weg in den Organismus auch beim Aufkratzen der von Stechmücken verursachten Einstichstellen, während die Giardien manchmal durch Fliegen übertragen werden.

Welche Symptome verursachen Giardien?

Giardiasis wird durch Cysten von Gardien verursacht.

Giardiasis wird durch Gardien verursacht, die in Form von Cysten ausgeschieden und über verschmutztes Wasser, Lebensmittel oder Fäkalien übertragen werden. – © Chb via Wikimedia Commons

Viele Tiere sind von Giardien befallen, ohne erkennbare Krankheitssymptome zu entwickeln, sodass der Erreger völlig unbemerkt im Dünndarm existiert. In der Regel verursachen Giardien Symptome wie hartnäckige Durchfälle, die schleimig oder manchmal auch blutig sein können, Erbrechen und Fieber. Die betroffenen Tiere wirken oftmals apathisch und magern immer mehr ab. Bei chronischen Verläufen kann die Infektion zu einer Schädigung des Dünndarmgewebes und in seltenen Fällen auch zu einer Bauchspeicheldrüsen- oder Gallenwegentzündung führen.

Auch beim Menschen verläuft die Giardiasis meist ohne Symptome, kann aber je nach Ernährungszustand und Immunstatus auch dort zu wässrigen und übel riechenden Durchfällen führen. Die betroffenen Personen leiden zudem oftmals an heftigen Bauchschmerzen, Krämpfen, Übelkeit, Fieber und Schüttelfrost. In extremen Fällen kann der Erreger Giardia lamblia Symptome wie Reizdarmsyndrom oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie die Laktoseintoleranz auslösen. Besonders bei Kindern und älteren Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist die Infektion häufig mit starken Krankheitsanzeichen verbunden.

Diagnose einer Giardieninfektion

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Infektion durch Giardien nachzuweisen, obwohl die Identifizierung von Trophozoiten und Zysten oftmals schwierig ist. Der Giardien Nachweis kann sowohl mikroskopisch als auch über einen Antigennachweis aus einer Kotprobe erfolgen. Für den Antigennachweis wird ein immunologisches Verfahren (ELISA) eingesetzt, mit dem sich bestimmte Moleküle in Körperflüssigkeiten aufspüren lassen. Diesen Giardien Test kann beim Tierarzt in Auftrag gegeben werden und wird in der Regel von einem Labor durchgeführt. Zu beachten ist jedoch, dass die Erreger nicht jedes Mal mit dem Kot ausgeschieden werden, sodass beim Verdacht auf eine Giardieninfektion unter Umständen mehrere Tests aus Sammelkotproben erforderlich sind.

Giardien Schnelltest für zu Hause

Wenn Sie bemerken, dass es Ihrem Tier gesundheitlich schlecht geht und sofort wissen möchten, was dem vierbeinigen Liebling fehlt, können Sie aber auch selbst einen Giardien Schnelltest für Hunde und Katzen durchführen. Dieser so genannte Immunfluoreszenztest (IFT) bietet eine zeitsprarende Alternative zum Diagnoseverfahren im Labor und erspart Ihnen den Tierarztbesuch. Bei dem IFT werden Antikörper eingesetzt, die mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert sind.  Für die Anwendung zu Hause gibt es spezielle Giardien Test Sets, die neben dem Schnelltest auch Einmalhandschuhe und ein Röhrchen für die Kotprobe enthalten. Empfehlenswert ist das Sammeln von mehreren Proben, die idealerweise vom Durchfallkot Ihres Tieres genommen werden sollten.

Beachten Sie bitte bei der Anwendung, dass der Schnelltest zu einem bestimmten Zeitpunkt auch ein negatives Ergebnis anzeigen kann, obwohl Ihr Haustier mit dem Erreger infiziert ist. Das liegt an der sogenannten intermittierenden Ausscheidung der infektiösen Zysten, das heißt, die Krankheitsphase, in der Giardien über den Kot ausgeschieden werden, kann unterbrochen sein, obwohl die Tiere den Erreger weiterhin in sich tragen. Deshalb empfiehlt sich, wie bei den Laborverfahren, eine Wiederholung des Tests zu einem späteren Zeitpunkt. Zeigt der Schnelltest allerdings die Existenz der Parasiten an, können Sie das Ergebnis als zuverlässig betrachten. Der Giardien Nachweis ist dann erbracht.

Therapiemöglichkeiten bei Giardien

Nicht alle Antibiotika oder Antiparasitika eignen sich zur Lamblien Behandlung. Ein empfehlenswertes Produkt mit hoher Wirksamkeit und sehr guten Bewertungen ist Panacur Hund / Katze. Alternativ können Sie auch Canikur Paste geben, um Ihren Liebling von der Giardien-Plage zu befreien. Wenn Sie für die Giardien Therapie ihrer Vierbeiner Spartrix oder Panacur kaufen, sollten Sie berücksichtigen, dass sie dieses Mittel gegen Giardien sowohl in einer höheren Dosierung als auch über einen längeren Zeitraum verabreichen müssen, um eine positive Wirkung zu erzielen.

Jedoch reicht die Giardien Behandlung alleine nicht aus, um die Gesundheit Ihrer Tiere längerfristig zu stabilisieren. Geben Sie kein Trockenfutter, da dieses den Befall mit Giardien begünstigt. Sie sollten darüber hinaus alle Räume und Gegenstände, mit denen diese in Berührung gekommen sind, gründlich reinigen, um eine Reinfektion zu verhindern. Es gibt wirksame Desinfektionsmittel gegen Giardien. Sehr gut bewertet und zu empfehlen ist beispielsweise Halamid, das auch gegen Schimmel und Bakterien wirkt und somit vielseitig im Haushalt einsetzbar ist.
Damit Sie nicht selbst erkranken, sollten Sie stets die wesentlichen Hygieneregeln einhalten, auf sauberes Trinkwasser achten und den Genuss kontaminierter Lebensmittel vermeiden. Kommen in Ihrer Umgebung Fliegen und Schaben vor, bekämpfen Sie diese am besten umgehend, da sie auch als Überträger der Giardien infrage kommen. Wie bei den meisten Infektionskrankheiten gilt also auch hier: Vorbeugung in Form von optimaler Hygiene ist die beste Medizin!

Giardien sind Darm-Parasiten, die meist zu heftigen Durchfällen führen. Als Zoonoseerreger können sie auch beim Menschen auftreten. Wird eine Giardiasis sicher diagnostiziert, ist eine Behandlung mit Spartrix oder der Breitband-Wurmkur Panacur in der Regel erfolgreich. Wenn Sie den Verdacht haben, dass eines Ihrer Tiere mit den Parasiten infiziert ist, erhalten Sie hier einen Giardien Schnelltest.

Quellen (Auswahl):
https://www.infektionsbiologie.ch/parasitologie/seiten/modellparasiten/mp01giar.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Giardia_intestinalis
https://www.tiere-wissen.de/hunde/laestige-darmparasiten-giardien.html
https://flexikon.doccheck.com/de/Giardiasis
https://www.msd-tiergesundheit.de/News/Fokusthemen/Giardien_und_Wuermer/Einleitung_Giardien.aspx