Schimmelpilz – die Gefahr ist nicht immer erkennbar

Schimmel kann Krankheiten und Allergien auslösen. Neben Schimmelpilzen auf Nahrungsmitteln kommt Schimmel auch in der Wohnung, vor allem in feuchten und schlecht belüfteten Räumen, vor. Wie Sie Schimmelbefall erkennen und welche Gegenmaßnahmen Sie ergreifen können, wird hier auf Heimtest-Schnelltests.de erklärt.

Schimmelpilz-Befall in Wohnräumen ist gesundheitsschädlich.

Schimmelpilz-Befall in Wohnräumen gefährdet die Gesundheit. – © cegli – Fotolia.com

Schimmel liebt Feuchtigkeit. Er ernährt sich von organischem Material und kann deshalb sowohl auf Lebensmitteln wie auch auf Holz, Pflanzen, Erde, Leder, Papier und Tapeten gut überleben. Sogar Kunststoffe können als Nährstoff für Schimmelpilze dienen.

Schimmel auf Lebensmitteln

Schimmelpilz auf verderbenden Lebensmitteln wie Brot, Obst oder Milchprodukten geht mit Fäulnisprozessen Hand in Hand. Feuchtigkeit in der Wohnung, ob in der Raumluft oder durch einen Wasserschaden, begünstigt ebenfalls die Schimmelbildung.

Schimmel beim Menschen

Selbst der menschliche Körper bleibt nicht verschont von Schimmelpilzen. Sie siedeln sich bevorzugt in den Feuchtgebieten des Organismus an, wie der Vaginalpilz, Darmpilze leben sogar im Inneren der Organe, wo sie im Fall einer geschwächten Immunabwehr Beschwerden wie Reizdarm und RDS verursachen können.

Schimmel gefährdet die Gesundheit und macht krank

Schimmel auf Lebensmitteln kann sich in der Wohnung ausbreiten und die Gesundheit gefährden.

Nicht nur der Verzehr verschimmelter Lebensmittel ist gesundheitsschädlich. Die Sporen des Schimmels können sich über die Luft in der ganzen Wohnung ausbreiten. – © Gertraude Ziller

Nicht alle Schimmelpilzarten sind giftig. Ein bekannter Vertreter der ungiftigen Arten ist z. B. Penicillium roqueforti, der zur Herstellung von Schimmelkäse eingesetzt wird und den Käse für Feinschmecker zur Delikatesse macht.

Belastung durch Mykotoxine

Gefahr für die Gesundheit geht von den Schimmelpilzarten aus, die beim Wachstum Giftstoffe produzieren. Diese sogenannten Mykotoxine bilden sich unter bestimmten Umweltbedingungen besonders stark aus.

Wer in einem mit Schimmel belasteten Umfeld lebt, kann durch die dauernde Belastung mit Mykotoxinen krank werden. Vor allem Atemwegserkrankungen können durch Schimmelbelastung der Raumluft auftreten.

Allergiker besonders betroffen

Menschen, die auf Schimmelpilze allergisch reagieren, können stärkere Symptome entwickeln als von Schimmelbefall Betroffene ohne Schimmelpilzallergie. Die Abwehrreaktion des Immunsystems bei Schimmelpilzallergikern ist ähnlich der bei einer Pollenallergie. Die Sporen der Schimmelpilze gelangen durch die Atemluft in die Atemwege und werden dort vom Organismus als Fremdkörper erkannt. Deshalb sind von allergischen Reaktionen auf Schimmel häufig die Atemwege betroffen.

Verwechselbare Symptome

Manche Symptome sind denen einer Grippe oder eines grippalen Infekts nicht unähnlich: Fieber, Husten und Atemnot. Neben den Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, wie Bronchitis, können Schimmelsporen auch Neurodermitis und Augenreizungen auslösen. Treten solche verwechselbaren Symptome auf, ist eine genaue Abklärung der Ursache erforderlich, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Erhöhte Infektanfälligkeit

Menschen, die sich in schimmelbelasteten Wohnungen oder Häusern aufhalten, leiden oft auch an chronischen Erschöpfungszuständen, Konzentrationsstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Zudem kann es sein, dass sie zu einer erhöhten Infektanfälligkeit neigen. Bei Personen, die an einer Hausstauballergie leiden, kann Schimmelbefall in der Wohnung die Symptome verstärken.

Kinder und Menschen mit angegriffenem Immunsystem sind dabei besonders gefährdet. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass starker Befall des Lebensumfelds durch Schimmelpilz die Gesundheit beeinträchtigt.

Ursachen für Schimmelpilz in der Wohnung

Schimmelpilz entsteht, wenn Wasser eindringt und nicht ausreichend gelüftet wird.

Eindringendes Wasser und schlechte Belüftung begünstigen den Befall mit Schimmelpilz. – © icarmen13 – Fotolia.com

Schimmel in der Wohnung kann unterschiedliche Gründe haben und grundsätzlich jeden Raum betreffen.

Eindringendes Wasser

Ursachen können beispielsweise Wasserschäden sein, so kann Feuchtigkeit über ein beschädigtes Hausdach in die Bausubstanz eindringen und zu Schimmel auf dem Dachboden führen, schlimmstenfalls sogar zu Hausschwamm.

Auch eindringendes Grundwasser ist eine Gefahr für die Wände – der Schimmelpilz kann sich im unbeheizten Keller ausbreiten, wenn Wasser durch mangelnde Dämmung eindringt. Auch Hochwasser fördert die Schimmelbildung an Gebäuden.

Schimmel liebt Feuchtigkeit

Besonders gefährdet sind schlecht gelüftete und feuchte Räume, wie Badezimmer und Küchen. Schlechte Belüftung in Innenräumen kann außerdem zusätzliche Gefahren mit sich bringen, weil sich beispielsweise hohe Konzentrationen gesundheitsgefährdender Schadstoffe wie Asbest oder Formaldehyd ansammeln können.

Bäder ohne Fenster

Hier sind vor allem Bäder ohne Fenster gefährdet, da diese nicht so effektiv gelüftet werden können, wie Räume mit Fenstern. Meist bildet sich dort im Umfeld von Badewanne oder Dusche Schimmel an der Wand und an der Decke. Schimmel im Bad tritt aber auch häufig an den Fliesen oder am Rand der Duschkabine auf.

Innenliegende Bäder sollten deshalb mit einem leistungsstarken Abluftsystem ausgestattet werden. Um der Schimmelbildung vorzubeugen, empfiehlt es sich außerdem, bei fensterlosen Bädern die Badezimmertür stets offen zu halten, um einen maximalen Luftaustausch zu ermöglichen.

Zimmerpflanzen und Blumenerde

Auch zu viele Zimmerpflanzen können die Raumfeuchtigkeit so stark erhöhen, dass es zu Schimmelbildung kommen kann. Blumenerde wird häufig von Schimmelpilzen befallen, deren Sporen dann über die Raumluft verbreitet und eingeatmet werden können. Als Substrat für Zimmerpflanzen kann statt Erde Tongranulat verwendet werden, in dem sich die Pilze nicht so leicht ausbreiten können.

Schlafzimmer regelmäßig lüften

Bei Schimmelpilz im Schlafzimmer spielt Raumfeuchtigkeit ebenfalls oft eine große Rolle. Denn während des Schlafes schwitzt man eine Menge Feuchtigkeit aus, die sich – wird der Raum schlecht gelüftet – auch an den Innenwänden niederschlagen kann.

Zudem hemmen auch große Möbel, wie Schlafzimmerschränke, eine gute Durchlüftung des Raumes, da hinter ihnen die Luft nicht richtig zirkulieren kann. Deswegen sollten größere Möbelstücke auch in anderen Räumen immer mit etwas Abstand zur Wand stehen.

Wärmebrücken begünstigen Schimmelbildung

Eine mangelhafte Außendämmung an Fassade und Fenstern lässt sogenannte Wärmebrücken entstehen. Dadurch wird die Raumwärme schneller nach außen transportiert als dies normalerweise der Fall wäre, und es entsteht Tauwasser, das im Inneren der Wohnung kondensiert und die Bildung von Schwarzem Schimmel begünstigt.

Schimmelpilz vermeiden

Nicht immer kann Schimmel vermieden werden. Ereignisse wie Hochwasser oder ein plötzlich und unbemerkt auftretender Schaden an der Gebäudesubstanz lassen sich oft nicht vermeiden.

Allerdings kann durch richtiges Heizen und Lüften die Bildung von Schimmelbefall vermieden werden.

Richtig lüften!

Vor allem in der kalten Jahreszeit wird sogenanntes Stoßlüften empfohlen, d. h. alle Fenster werden für einen Zeitraum von fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet, sodass ein Luftaustausch stattfinden kann, ohne das die Wohnung, wie bei länger gekippten Fenstern, zu sehr auskühlt. Durch richtiges Heizen – auch während der Abwesenheit der Hausbewohner – kann ein Auskühlen der Räume ebenfalls vermieden werden.

Schimmel entdecken – mit dem Schimmeltest auch verdeckten Schimmel erkennen

Mit einem Schimmelpilz lässt sich Schimmel identifizieren.

Mit einem Schimmelpilz Test für zu Hause oder mit einem Labortest können Sie Schimmel identifizieren. – © CDC/ Ginger Chew, Sc.D.; Lisa Marianni, R.N., M.B.A (https://phil.cdc.gov/phil/home.asp)

Ist der Schimmel in der Wohnung schon weit fortgeschritten, kann man diesen meist mit bloßem Auge erkennen. Jedoch kann es auch an verdeckten, schwer zugänglichen Stellen zu Schimmelbildung kommen, beispielsweise hinter Schränken.

Haben Sie den Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, können Sie einen Schimmelpilz Test durchführen, um Gewissheit zu erlangen. Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten:

Schimmeltest für zu Hause

Mit einem Schimmelpilz Schnelltest für zu Hause können Sie schnell und einfach feststellen, ob Schimmel in der Wohnung ist. Ein Abstrich genügt für den Kassettentest. In wenigen Minuten sehen Sie das Ergebnis. Auch Selbsttests mit Petrischalen sind erhältlich. Sie funktionieren wie die Labortests, nur dass die Auswertung ebenfalls zu Hause erfolgt. Eine Broschüre enthält die Anleitung und Auswertung.

Schimmelpilz Labortest

Auch für den Labortest gewinnen Sie selbst zu Hause eine Probe. Die mitgelieferten Petrischalen stellen Sie in Ihren Wohnräumen auf. Nach Ablauf der Ruhezeit schicken Sie die Schalen an das spezialisierte Fachlabor zur Auswertung. Verpackung, Versand und die Analyse sind im Preis enthalten. Ihre Auswertung erhalten Sie nach ca. zwei Wochen.

Vermieter informieren

Hat der Schimmeltest einen Befall mit Schimmelpilz in der Mietwohnung nachgewiesen, sollte in jedem Fall der Vermieter unterrichtet werden. Das ist notwendig, damit er sich ein Bild vom Schaden machen und geeignete Maßnahmen zur Beseitigung einleiten kann. Eine Mietminderung bei Schimmelpilz sollte nur durchgeführt werden, wenn man sicher ist, den Schaden nicht selber durch falsches Lüften verursacht zu haben. Ansonsten empfiehlt es sich, bei einem Mieterschutzverein Rat und Hilfe einzuholen.

Schimmelpilz erfolgreich bekämpfen

Schimmelpilz lässt sich mit Anti-Schimmel-Farben und Spezialputz beseitigen.

Schimmelpilz kann man entweder selbst beseitigen oder vom Fachmann entfernen lassen. – © Heiko Küverling – Fotolia.com

Sobald man die schädlichen Schimmelpilze in seiner Wohnung bemerkt hat, sollte man den Schimmel entfernen lassen.

Schimmel selbst bekämpfen

Je nach Stärke des Befalls kann man die Schimmelbeseitigung selber in Angriff nehmen, beispielsweise mit Schimmelentferner wie dem Ago Schimmelentferner oder ähnlichen Produkten, die in Baumärkten, Drogerien oder auch bequem über das Internet erhältlich sind.

Bei starkem Schimmel in der Wohnung empfiehlt es sich, einen Fachmann zurate zu ziehen. Dieser kann nicht nur den Schimmelpilz erfolgreich entfernen, er wird auch die Ursache ermitteln und nach Lösungen suchen, die einen erneuten Schimmelbefall vermeiden.

Schimmelbefall gründlich entfernen

Auch ein Fachmann wird vor, während und nach der Schimmel-Entfernung jeweils einen Schimmel Test durchführen, um festzustellen, ob seine Maßnahmen erfolgreich sind.

Für eine gründliche Entfernung der verschimmelten Stellen muss mitunter nicht nur die Tapete, sondern auch der Putz entfernt und neu aufgetragen werden. Die befallene Fläche wird mit Anti-Schimmel-Putzen und Anti-Schimmel-Farben behandelt, beispielsweise auf Silikat- oder Kalkbasis, welche einen Neubefall mit dem Pilz verhindern.

Auf Heimtest-Schnelltests.de bekommen Sie wertvolle Tipps zum Thema Schimmelpilze, Schimmel Test und Schimmelbeseitigung. Hier können Sie Wassertests für Ihr Trinkwasser und Raumlufttests zum Nachweis von Schimmelpilzen bestellen.

Quellen (Auswahl):
https://www.ecarf.org/info-portal/allergien/schimmelpilzallergie/
https://de.wikipedia.org/wiki/Schimmelpilz
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/lebensmittel/schimmelpilze/index.html
https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel
https://www.daab.de/allergien/wichtig-zu-wissen/hauptausloeser/schimmelpilz/