Hausstauballergie durch Milben rechtzeitig erkennen

Von einer Hausstauballergie sind über vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Ausgelöst wird sie durch die sogenannte Hausstaubmilbe. Die Allergie kann Asthma verursachen. Wie Sie eine Hausstaub-Allergie erkennen und Milben in Ihrer Wohnung bekämpfen können, lesen Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de.

Hausstaubmilben verursachen Hausstauballergie.

Hausstaubmilben verursachen Hausstauballergie. Unter dem Elektronenmikroskop kann das menschliche Auge sie erkennen. – © Photo by Eric Erbe; digital colorization by Chris Pooley (USDA, ARS, EMU).[1], Rust Mite, Aceria anthocoptes, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die als Hausstauballergie bekannte Krankheit wird durch Hausstaubmilben (Dermatophagoides) verursacht. Dabei handelt es sich um eine 13 Arten umfassende Gattung von Milben. Weltweit gibt es mehr als 50.000 Milbenarten.

Milben zählen zur Gruppe der Spinnentiere (lat. Arachnida), die zum Stamm der Gliederfüßer gehören. Lateinisch heißen Milben Acari, deshalb werden die von ihnen verursachten Krankheiten als Acariose bezeichnet.

Milben sind überall

Die winzigen Hausmilben leben fast überall in unserer nächsten Umgebung und sogar auf und am menschlichen Körper. Milben beim Menschen leben beispielsweise in unseren Wimpern und Haaransätzen. Dennoch reagieren viele Menschen allergisch auf Milben, oder besser gesagt, auf deren Exkremente. Fünf Prozent der Deutschen sind Hausstauballergiker.

Milbenkot-Allergie

Die Hausstauballergie ist nicht auf Milbenstiche zurückzuführen, sondern ist genau genommen eine Milbenkot-Allergie. Als Folge können Allergiker chronisches Asthma entwickeln, wenn die Hausstauballergie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Milben verursachen nicht nur Hausstauballergie

Die verschiedenen Arten von Milben können unterschiedliche Erkrankungen auslösen und übertragen:

  • Hausstauballergie: Hausstaubmilbe (Dermatophagoides)
  • Krätze: Laufmilben (Trombiculidae), Grabmilben (Sarcoptes)
  • Rosazea (nicht bewiesen): Haarbalgmilben (Demodex folliculorum)
  • Fleckfieber: ausgelöst durch Rickettsien, die von Milben übertragen werden
  • Tularämie: Hasenpest, ausgelöst durch Bakterien (Francisella tularensis), übertragen von Milben
  • St.-Louis-Enzephalitis: Nervenerkrankung, ausgelöst durch h Arboviren, übertragen von Milben
  • Borreliose und FSME: Zecken (Unterart der Milben)

Hausstauballergie-Symptome

Juckreiz und Hautausschlag können Anzeichen einer Hausstaubmilbenallergie sein.

Zu den typischen Symptomen einer Hausstaubmilbenallergie zählen Juckreiz und Hautausschlag. – © M.Dörr & M.Frommherz – Fotolia.com

An einigen typischen Symptomen können Sie eine Hausstauballergie erkennen. Wenn die Symptome dauerhaft auftreten und morgens nach dem Aufwachen besonders intensiv sind, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Hausstaubmilbenallergie hoch.

In diesem Fall sollten Sie einen Milbentest in Betracht ziehen, um die Belastung mit Allergenen in Ihren Wohnräumen zu erkennen. Einen speziellen Milbentest können Sie hier bestellen.

Typische Hausstaubmilbenallergie Symptome

  • chronischer (andauernder) Schnupfen
  • verstopfte und/oder laufende Nase
  • Niesreiz, Niesanfälle
  • juckende Augen und/oder Ohren
  • tränende, gerötete und/oder geschwollene Augen
  • Halsschmerzen
  • geschwollene Schleimhaut im Nasen-Rachen-Bereich
  • Husten, Verschleimung der Atemwege
  • Asthma und Atemnot
  • Juckreiz und Ausschlag auf der Haut

Ursachen der Hausstauballergie

Die Hausstaubmilbenallergie wird durch eine allergische Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen, die jeder Mensch täglich in großer Anzahl verliert. Die Milben verdauen diese Schuppen und scheiden die Reste in ihrem Kot aus. Dieser enthält ein Allergen, das sogenannte P1-Antigen, welches als Hauptursache für die Hausstauballergie angesehen wird.

Zu feuchte Luft

Das Raumklima in den Wohnräumen kann die Intensität beeinflussen, mit der die Symptome auftreten. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Belüftung wirken sich auf die Milbenbelastung aus. Hausstaubmilben vermehren sich am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit über 70 % und bei Temperaturen um 25 Grad.

Zu trockene Luft

Andererseits können sich die Allergiesymptome verstärken, wenn es den Milben weniger gut geht. Im Winter sterben viele Staubmilben ab, weil sie die trockene Heizungsluft nicht vertragen. Doch die toten Spinnentiere werden mit dem Staub in der trockenen Heizungsluft aufgewirbelt und erhöhen die Allergen-Belastung für Allergiker.

Andere Ursachen für allergische Symptome

Allergischer Schnupfen oder Hausstauballergie? Ein Milbentest bringt Klarheit!

Allergischer Schnupfen oder Hausstauballergie? Die Symptome ähneln sich. – © absolutimages – Fotolia.com

Eine Hausstaubmilbenallergie ist nicht immer einfach von anderen Erkrankungen oder Allergien zu unterscheiden, die ähnliche Symptome hervorrufen. An folgenden Symptomen können Sie eine Milbenallergie von anderen Erkrankungen unterscheiden:

Schnupfen durch Erkältung

Ein gewöhnlicher Schnupfen oder eine Erkältung gehen ebenfalls mit einer laufenden oder verstopften Nase, Husten und Schleimhautschwellungen einher. Doch anders als bei einem akuten Infekt treten diese Symptome bei einer Hausstauballergie ständig und wiederkehrend auf.

Allergischer Schnupfen

Von einem allergischen Schnupfen, der durch Pollen, Schimmelpilze oder Tierhaare verursacht wird, ist eine Milbenallergie nicht leicht zu unterscheiden. Blütenpollen treten jedoch saisonal bedingt verstärkt im Frühjahr und Sommer auf, so dass Symptome, die speziell in diesen Jahreszeiten zu beobachten sind und danach abklingen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch Milben verursacht.

Eine Tierhaarallergie kann dagegen ganzjährig auftreten, wenn man ständig in Kontakt mit den Tieren ist. Geben Sie Ihr Tier einmal für ein, zwei Wochen in Pflege oder achten Sie im Urlaub ohne Tier darauf, ob sich die Symptome bessern. Auch ein Allergietest kann Klarheit schaffen.

Nahrungsmittelunverträglichkeit

Eine Nahrungsmittelintoleranz kann ebenfalls ähnliche Symptome auslösen wie eine Hausstauballergie. Wer nach dem Essen mit Schleimhautschwellungen, Schnupfen, Asthma oder Hautausschlag zu kämpfen hat, sollte einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest machen, um eine solche Intoleranz auszuschließen oder nachzuweisen.

Hausstaubmilbenallergie – Prävention und Therapie

Ein vielversprechender Therapieansatz bei Hausstauballergie ist die Desensibilisierung in einem sehr frühen Stadium der Krankheit. Durch die Gabe winziger Mengen des Allergens, also des Stoffes, der die Allergie auslöst, soll der Organismus unempfindlich dagegen gemacht bzw. die Toleranzschwelle erhöht werden. Dieses Verfahren nennt sich Hyposensibilisierung und hat sich vor allem bei Kindern als wirksam gegen Hausstauballergie erwiesen.

Darüber hinaus empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung die Prävention als beste Therapie bei Hausstaubmilbenallergie empfohlen. Das Asthmarisiko sowie die Symptome der Milbenallergie lassen sich durch gezielte Maßnahmen deutlich reduzieren. Dazu zählen:

Hausstaubmilben – Prävention

  • Milbenbelastung in der Wohnung messen mit einem Milbentest. Das ist die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen.
  • Tragen einer Atemschutzmaske FFP3* wann immer Staub aufgewirbelt werden kann, z. B. beim Ausschütteln von Decken, Teppichen usw., beim Staubwischen oder Fegen. Empfohlen wird das Tragen einer solchen Maske auch beim Schlafen, die Frage ist nur, ob man damit schlafen kann.
  • Regelmäßiges Staubsaugen, und zwar bei guter Belüftung und mit einem Staubsauger, der einen HEPA-Filter besitzt. Geeignet sind auch Zentralstaubsauganlagen.
  • Regelmäßig feucht aufwischen. Vermeiden Sie trockenes Staubwischen oder –kehren, weil dabei zu viel Staub aufgewirbelt wird und in die Atemluft gerät. Auch beim Wischen sollten Sie die Räume gut belüften, um keine Stauballergie auszulösen.
  • Regelmäßig lüften, um die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten. Hausstaubmilben vermehren sich leichter bei hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Allergiker-geeignete Betten und Allergikerbettwäsche* verwenden. Hierzu zählen Matratze, Matratzenbezug, Zudecken, Kopfkissen, Bezüge und Laken.
  • Encasing anbringen (Allergocover, milbenundurchlässigen Matratzenbezug*).
  • Regelmäßige Matratzenreinigung, also nicht nur Matratzenbezüge reinigen, sondern mit einem Milbenstaubsauger die Matratze absaugen. So bekämpfen Sie die Milben im Bett wirkungsvoll.
  • Betten belüften, nicht tagsüber mit einer Tagesdecke abdecken. Bettmilben mögen es warm und feucht, deshalb die Betten tagsüber abtrocknen lassen
  • Abwaschbare und abwischbare Materialien bevorzugen, z. B. Linoleum oder Laminat anstelle von Teppichboden verlegen, Ledercouch anstelle von Stoffcouch etc.
  • Nicht waschbare oder abwaschbare Textilien und Gegenstände regelmäßig mit Antimilben-Spray behandeln. Achten Sie beim Kauf von Milbenspray auf Verträglichkeit und biologische Inhaltsstoffe.

Allergisches Asthma als Folge einer Hausstauballergie

Durch Hausstaubmilbenallergie kann Asthma entstehen.

Durch eine unentdeckte und unbehandelte Hausstaubmilbenallergie kann Asthma entstehen. – © bilderzwerg – Fotolia.com

Was die Hausstaubmilbenallergie so gefährlich macht, sind ihre Langzeit-Folgen. Denn nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann die Allergie zu chronischem Asthma führen, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.

Atemwege verengen sich

Der Begriff Asthma bronchiale, kurz als Asthma bezeichnet, stammt ab vom griechischen Wort für Atemnot. Die entzündliche Atemwegserkrankung macht den Betroffenen durch Attacken von Luftnot zu schaffen. Die Atemwege verengen sich, die Bronchien verkrampfen.

Allergien aus der Luft

Allergisches Asthma wird durch Allergene ausgelöst, die aus der Umwelt, meist über die Atemluft, aufgenommen werden. Hausstaubmilben zählen zu den häufigen Auslösern dieser sogenannten exogenen Asthma-Erkrankungen.

Überreaktion des Immunsystems

Die allergische Reaktion erfolgt durch eine Antigen-Antikörper-Bindung. Dabei werden bestimmte Eiweiße gebildet, die sich mit den Allergenen verbinden. Das Immunsystem reagiert mit der Ausschüttung allergieauslösender Stoffe, die zur Verengung der Atemwege führen und die typischen Asthma-Symptome auslösen.

Einer der wichtigsten Stoffe in dieser Reaktionskette ist Histamin, worauf viele Menschen mit einer Histaminintoleranz allergisch reagieren. Ob Sie zu dieser Gruppe von Allergikern gehören, können Sie selbst zu Hause mit einem Histaminunverträglichkeitstest überprüfen.

Typen Allergischer Reaktionen

Die allergische Reaktion tritt meist sofort auf (Sofortreaktion vom Typ I), ausgelöst durch Immunglobuline vom Typ E, kurz IgE. Die Reaktion kann aber auch noch Stunden später erfolgen (Spätreaktion), ausgelöst durch Immunglobuline vom Typ G, kurz IgG. Wenn Betroffene beide Reaktionen zeigen, sprechen Experten von einer doppelten Reaktion (dual reaction).

Sind Hausstauballergie und Asthma erblich?

Untersuchungen zeigen, dass es durchaus eine genetische Veranlagung zu Allergien gibt. Kinder von Eltern, die beide an allergischem Asthma leiden, haben ein sehr hohes Risiko, ebenfalls durch Hausstaubmilben oder andere Allergene ausgelöste Allergien und allergisches Asthma zu entwickeln.

Früher oder vorgeburtlicher Kontakt mit Allergenen kann einigen Untersuchungen zufolge vor Allergien schützen. Kinder, die auf dem Land aufwachsen oder deren Mütter viel in Kontakt mit tierischen und pflanzlichen Allergenen wie Staubmilben, Heu oder Pollen sind, erkranken weniger häufig an Allergien und allergischem Asthma. Zuviel Hygiene kann demzufolge schädlich für das Immunsystem sein.

Nachweis mit dem Milbentest

Mit einem Allergietest können Sie schnell und einfach eine Milbenallergie nachweisen.

Mit einem Allergietest lassen sich gleichzeitig Milbenallergie, Pollenallergie, Tierhaarallergie und Nahrungsmittelallergien nachweisen. – © medivere GmbH

Bei Hausstaubmilbenallergie ist es wichtig, die Gegenstände und Bereiche in der Wohnung mit der höchsten Milbenbelastung zu identifizieren. Nur wer genau weiß, wo die Allergene zu finden sind, kann diese auch gezielt bekämpfen oder sich vor ihnen schützen.

Nachweis der Milbenbelastung

Am einfachsten lässt sich dies mit einem Milbentest erreichen. Solch einen Schnelltest können Sie einfach und bequem selbst zu Hause durchführen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist bereits im Testkit enthalten.

Weiterführende Informationen zu Milbentests und eine Auswahl empfehlenswerter Produkte finden Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de.

Nachweis einer Milbenallergie

Wer nicht nur die Milbenbelastung auf Gegenständen nachweisen möchte, sondern eine Allergie gegen Milben bei sich selbst, kann einen Allergietest nutzen.

Es gibt Allergietests, die gleichzeitig auf mehrere luftübertragene Allergien testen. So können neben einer Hausstaubmilbenallergie auch Allergien gegen Pollen, Tierhaare und Nahrungsmittel nachgewiesen werden.

Leben mit Hausstaubmilbenallergie und allergischem Asthma

Natürlich sollte man die Milben bekämpfen, doch die Allergene völlig aus unserem Leben zu verbannen, ist unmöglich. Viele Betroffene müssen somit dauerhaft mit ihrer Allergie leben. In diesem Fall geht es darum, die Lebensqualität mit der Krankheit so hoch wie möglich zu halten.

Um dies zu erreichen, ist es sinnvoll, sich so umfassend wie möglich über die Krankheit und ihre Zusammenhänge zu informieren. Deshalb empfehlen wir Betroffenen und Interessierten das Buch Hausstauballergien* zur Vertiefung ihrer Kenntnisse.

Hausstauballergie wird durch Milbenkot ausgelöst, der über die Raumluft eingeatmet wird. Allergiker können dadurch an Asthma erkranken. Mit einem Schnelltest lässt sich eine Milbenallergie nachweisen. Durch geeignete Schutzmaßnahmen kann die Milbenbelastung drastisch reduziert werden. Wird eine Allergie frühzeitig erkannt, lassen sich chronische Gesundheitsschäden vermeiden. Bestellen Sie jetzt Ihren Milbentest!

Quellen:
https://www.daab.de/allergien/wichtig-zu-wissen/hauptausloeser/hausstaubmilben/, abgerufen am 04.02.2020
https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/hausstaubmilbenallergie.html, abgerufen am 04.02.2020
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/70832/Hausstaub-Allergiker-zu-Beginn-der-Heizperiode-oft-besonders-eingeschraenkt, abgerufen am 04.02.2020
https://www.bzfe.de/inhalt/praevention-von-allergien-und-asthma-2014.html, abgerufen am 04.02.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Hausstauballergie, abgerufen am 04.02.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Hausstaubmilben, abgerufen am 04.02.2020