Vaginalpilz selbst erkennen und behandeln

Vaginalpilz, auch als Scheidenpilz bezeichnet, gehört zu den Krankheiten, über die Frauen nicht gerne sprechen. Dabei leidet fast jede Frau einmal in ihrem Leben darunter. Welche Symptome dieser Pilz auslöst und wie Sie diesen mit einem einfachen Schnelltest nachweisen können, lesen Sie auf Heimtest-Schnelltests.de.

Vaginalpilz oder Scheidenpilz wird durch den Hefepilz Candida albicans verursacht.

Vaginalpilz oder Scheidenpilz wird durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. – © CDC/Dr. William Kaplan via Wikimedia Commons

Der Vaginalpilz wird meistens von einem Pilz namens Candida albicans ausgelöst. Jede dritte schwangere Frau und jede fünfte Nicht-Schwangere leidet unter diesem Pilz. Wird dieser Scheidenpilz nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, so kann sich auch der Partner beim Geschlechtsverkehr anstecken. Falsche Scham ist bei einer derartigen Erkrankung also nicht angebracht. Bröckeliger, weißer Ausfluss und eine juckende Scheide sind Warnzeichen. Mit den richtigen Medikamenten und bestimmten Vorbeugungsmaßnahmen ist eine Heilung aber problemlos möglich.

Was ist Vaginalpilz?

Candida albicans, Verursacher von Vaginalpilz, durchläuft mehrere Entwicklungsstadien.

Candida albicans, Verursacher von Vaginalpilz, durchläuft mehrere Entwicklungsstadien. – © Kira O’Day via Wikimedia Commons

Von einem Vaginalpilz bzw. einer Vaginalmykose wird gesprochen, wenn sich in der Scheide der Frau ein Pilz eingenistet hat. Dieser Pilz führt dazu, dass sich eine Entzündung an der Scheidenschleimhaut bildet. Meist ist der Pilz namens Candida albicans verantwortlich für diese Candidose, wie der Gynäkologe die Erkrankung nennt. Diese Pilzerkrankung ist eine der häufigsten Erkrankungen an den Geschlechtsorganen der Frau.

Daneben kann der Candida-Pilz aber auch Hautpilz auslösen. Die meisten Frauen, die an Vaginalpilz leiden, sind im gebärfähigen Alter, denn dann bietet das Scheidenmilieu beste Voraussetzungen für den Pilz.

Welche Ursachen hat Vaginalpilz?

Ursächlich verantwortlich für den Vaginalpilz ist, wie der Name bereits sagt, ein Pilz. Doch nicht jeder Pilz macht den Menschen krank. Normalerweise befinden sich in der Scheide so viele gute Bakterien, dass diese den Pilz zerstören können. Doch wenn dieses normale Scheidenmilieu gestört ist, kann der Pilz eindringen und die Infektion auslösen. Scheidenpilz Ursachen können beispielsweise eine Immunschwäche des Körpers oder eine Hormonstörung bzw. –veränderung sein. Wenn aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung über längere Zeit hinweg Antibiotikum eingenommen werden musste, so schwächt dies den Körper und macht es einem Pilz leichter, in den Körper einzudringen.

Auch Grunderkrankungen wie der Diabetes mellitus oder eine HIV-Infektion können eine Pilzinfektion begünstigen. Die Hormonstörung kann aber genauso der Grund für den Vaginalpilz sein, der übrigens auch als Candidiasis bezeichnet wird. Dazu gehören Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Auch in der Schwangerschaft oder während der Einnahme der Anti-Baby-Pille treten Pilze vermehrt auf, da hier der pH-Wert der Scheide verändert sein kann. Ein Eindringen von schädlichen Pilzen wird dadurch erleichtert.

Pilzerkrankungen können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Vaginalpilz zählt daher zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, kurz STD/STI (sexually trasmitted diseases bzw. sexually transmitted infections). Dass Erreger wie Chlamydien beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können, ist wohl bekannt, doch viele Frauen bedenken nicht, dass auf diese Weise auch die Ansteckungsgefahr mit Pilzen besteht. Da auch Männer sich mit Candida albicans infizieren können, entsteht ein Ping-Pong-Effekt, wenn nicht beide Partner behandelt werden.

Welche Scheidenpilz Symptome gibt es?

Ausfluss ist ein Symptom für Vaginalpilz.

Ein typisches Scheidenpilz Symptom ist weißer Ausfluss. – © SOA-AIDS Amsterdam via Wikimedia Commons

Da Scheidenpilz ansteckend ist und unbedingt behandelt werden sollte, ist es wichtig, die Symptome zu kennen. Wichtige Candida Symptome sind ein Juckreiz im Bereich der Scheide und Ausfluss. Der Juckreiz kann auch begleitet werden von einem Brennen. Durch den brennenden Schmerz, den der Pilz bei der Frau verursacht, können zudem auch Beschwerden beim Wasserlassen bestehen. Dieses Brennen alleine muss jedoch nicht auf eine Pilzerkrankung hinweisen, auch eine Blasenentzündung verursacht derartige Beschwerden.

Bei einer Pilzerkrankung ist die Scheide meist auch angeschwollen und rot. Der Ausfluss ist praktisch nicht zu übersehen. Er sieht weiß und bröckelig aus. Selbst wenn Sie ihn entfernen, kommt er nach kurzer Zeit wieder. Die Pilzinfektion der Frau kann zusätzlich auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Dabei kann der Pilz auf den Partner übergehen und auch bei diesem zu einer Pilzerkrankung beim Mann führen. Der Mann leidet dann ebenfalls unter Juckreiz am Penis. Auch weißliche Belege können an dieser Stelle sichtbar sein.

Scheidenpilz erkennen mit dem Candida Test

Dass Scheidenpilz so früh wie möglich erkannt werden sollte, liegt auf der Hand. Mit einem Scheidenpilz-Schnelltest können Sie bequem von zu Hause aus testen, ob sich krankmachende Pilze in Ihrer Scheide befinden und diese Ihre Beschwerden auslösen.

Der Candida Test bedarf keines medizinischen Vorwissens. Sämtliches Material, das sie zur Entnahme benötigen, ist dem Test beigefügt. Sie gewinnen dabei anhand einer genauen Beschreibung einen Abstrich von Ihrer Zervixschleimhaut, dem Gebärmutterhals. Dieser Abstrich wird mit der beigefügten Lösung vermischt und bereits nach wenigen Minuten können Sie das Ergebnis dieses Kassettentests ablesen.

Der Test zeigt dann entweder ein positives (es befinden sich Pilze in der Scheide), ein negatives (kein Pilzbefall nachweisbar) oder ein ungültiges Ergebnis (der Test wurde nicht korrekt durchgeführt).

Was tun bei Scheidenpilz?

Gegen Scheidenpilz gibt es eine wirksame Therapie, die Sie unbedingt so früh wie möglich beginnen sollten. Antimykotika sind Medikamente, die gegen den Pilz wirken, der höchstwahrscheinlich für Ihre Beschwerden verantwortlich ist. Zusätzlich ist es wichtig, Ihren Partner zu informieren. Scham ist hier fehl am Platz, schließlich können Sie sich immer wieder anstecken, wenn nicht beide die Pilzerkrankung vollständig auskurieren.

Scheidenpilz Medikamente

Auch wenn Sie sonst gerne auf Hausmittel und Homöopathie zurückgreifen, so sollten Sie bei einem positiven Vaginalpilz Testergebnis auf bewährte Anitmykotika (pilztötende Medikamente) zurückgreifen. Medikamente wie Fungizid, Canesten, KadeFungin, Nystatin oder Fluconazol können den Scheidenpilz effektiv und vor allem schnell beheben. Je nach Art des Präparates besteht es aus einer Salbe, die lokal angewandt wird und/oder einem Scheidenzäpfchen, das Sie in die Scheide einführen müssen. Scheidenpilz-Präparate sind freiverkäuflich auch online erhältlich.

Hausmittel gegen Scheidenpilz

Scheidenpilz lässt sich mit Milchsäurebakterien beandeln, wie sie in Naturjoghurt enthalten sind.

Scheidenpilz lässt sich mit Milchsäurebakterien beandeln, wie sie in Naturjoghurt enthalten sind. – © Rainer Zenz via Wikimedia Commons

Möchten Sie nicht gleich die stärksten Medikamente anwenden, so können Sie verschiedene Hausmittel gegen Scheidenpilz ausprobieren. Die Zutaten dazu finden Sie überwiegend in Ihrer Küche. Eines dieser Dinge, das in praktisch jedem Kühlschrank zu finden ist, ist der Naturjoghurt. Dieser soll den pH-Wert in der Scheide normalisieren, das Scheidenmilieu somit stabilisieren und gegen Vaginalpilz widerstandsfähiger machen.

Auch ein Sitzbad mit Kamille oder Salbei zählen zu den Hausmitteln zur natürlichen Behandlung von Scheidenpilz. Ferner gibt es Frauen, die auf Scheidenspülungen schwören, wenn sie unter einer Pilzerkrankung leiden.

Fakt ist, dass Gynäkologen von derartigen Hausmitteln abraten, da sie die empfindliche Scheidenschleimhaut mehr reizen als ihr nützen und nicht dazu beitragen, die gesunden Bakterien in der Scheide zu stärken.

Immer wieder Scheidenpilz?

Wenn Sie Ihre Scheidenpilzinfektion effektiv behandelt haben, so ist die Erkrankung bereits nach wenigen Tagen ausgeheilt. Tritt die Pilzinfektion hingegen nach wenigen Tagen erneut auf, so ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zeichen dafür, dass die Medikamente nicht angeschlagen haben oder nicht ordnungsgemäß angewandt wurden. Bitte beachten Sie grundsätzlich den Beipackzettel und wenden Sie das Präparat so lange an, wie es dort bzw. vom Gynäkologen empfohlen wird.

Chronischer Vaginalpilz

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass kein chronischer Scheidenpilz entsteht. Dies kann vorkommen, wenn die Medikamente nicht mehr anschlagen, weil der Körper resistent dagegen ist. Zum einen kann sich der Vaginalpilz in der Scheide soweit verändern, dass das Medikament nicht mehr wirkt, zum anderen kann es aber auch sein, dass das Medikament eine andere Pilzart bekämpft als die, die sich tatsächlich in der Scheide befindet. In neun von zehn Fällen ist jedoch der Pilz Candida albicans verantwortlich für den Vaginalpilz. Ärzte sprechen dann auch von einer Candidose, einer Infektion ausgelöst durch Candida-Pilze. Die chronische Candidose tritt auf, wenn Vaginalpilz nicht konsequent behandelt wird.

Eine weitere mögliche Ursache für chronischen Scheidenpilz ist eine wiederholte Ansteckung durch den oder die Partner. Insbesondere, wenn keine sexuelle Treue in der Beziehung praktiziert wird, besteht die Gefahr, dass wechselnde Sexualpartner sich immer wieder gegenseitig infizieren. Praktizieren Sie in diesem Fall immer Safer Sex, um chronischen Vaginalpilz zu vermeiden.

Scheidenpilz vorbeugen

Wenn Sie Scheidenpilz vorbeugen möchten, so sollten Sie auch einmal Ihr Leben überdenken. Stehen Sie ständig unter Stress? Allein dieser Faktor schwächt Ihren Körper und Ihr Immunsystem. Ein geschwächtes Immunsystem wiederum begünstigt Pilzerkrankungen.

Sehr wichtig ist aber die Toilettenhygiene. Bei der Reinigung Ihres Intimbereiches sollten Sie es keinesfalls übertreiben und aggressive Mittel verwenden. Verzichten Sie auf parfümierte Produkte für den Intimbereich. Nach dem Toilettengang sollten Sie sich stets von vorne nach hinten reinigen, so verhindern Sie, dass Darmbakterien oder Darmpilze in die Scheide gelangen können. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, lockere, nicht eng anliegende Kleidungsstücke aus Baumwolle zu tragen. Slipeinlagen und besonders enge Slips können eine Infektion mit Vaginalpilz ebenfalls begünstigen.

Sind Sie gerade schwanger, leiden Sie an Grunderkrankungen wie Diabetes oder müssen Sie Antibiotika einnehmen, so sollten Sie schon vorbeugend Präparate mit Milchsäurebakterien anwenden. Diese sorgen für einen stabilen pH-Wert in der Scheide und können weiteren Vaginalpilz Infektionen vorbeugen.

Ein Vaginalpilz ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, über die auch Ihr Partner informiert werden muss. Dank eines Schnelltests können Sie die Infektion aber frühzeitig feststellen und Medikamente dagegen anwenden. Mit den nötigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie die Pilzerkrankung damit dauerhaft besiegen. Schaffen Sie jetzt Klarheit und bestellen Sie Ihren Scheidenpilz Test hier auf Heimtest-Schnelltests.de!

Quellen (Auswahl):
http://de.wikipedia.org/wiki/Vaginale_Pilzinfektion
http://de.wikipedia.org/wiki/Bakterielle_Vaginose
http://dgk.de/gesundheit/frauengesundheit/vaginalpilz.html
http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_scheidenpilz-vaginalmykose-candida-was-ist-ein-scheidenpilz-_736.html

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