pH-Wert messen und richtig deuten

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist, spielt aber auch im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. Wie die pH-Wert-Tabelle funktioniert, was der pH Wert über den Säuren-Basen-Haushalt Ihres Körpers aussagt und wie Sie ihn ganz einfach messen können, erklärt Ihnen Heimtest-Schnelltests.de.

Der pH-Wert ist das Maß für den Säure- oder Basengehalt einer wässrigen Lösung.

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. – © natros – Fotolia.com

Der pH-Wert ist ein Maß, das Auskunft darüber gibt, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Die Abkürzung pH kommt vom lateinischen potentia hydrogenii und gibt Auskunft über die Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einer Lösung. Die pH-Skala des Säuregrads liegt bei Messwerten von 0 bis 14.

Der pH-Wert des Wassers wird sehr oft als ein Indikator für trinkbares Wasser angegeben – reines Wasser hat den neutralen Wert von 7,0.

Aber auch für den menschlichen Organismus spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle, so der pH-Wert der Haut, des Urins und des Bluts, und auch bei einigen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes kann der pHWert als Indikator hinzugezogen werden. Für verschiedene Bereiche des Körpers gelten unterschiedliche Säuregrade als Normwerte, durch die Einnahme von Medikamenten können sich diese Werte verändern.

Der pH-Wert der Haut

Gesunde Haut hat einen leicht sauren pH-Wert von 5 bis 5,5.

Gesunde Haut hat einen leicht sauren pH-Wert von 5, deshalb sollten auch Pflege- und Kosmetikprodukte diesen Wert haben. – © Artem Furman – Fotolia.com

Der Säureschutzmantel der Haut spielt eine wichtige Rolle im Schutz vor pathogenen Mikroorganismen und Krankheitserregern.

Normwert

Der als normal angesehene pH-Wert der Haut hat sich im Laufe der Zeit verändert. Galt früher ein Wert von 5,5 als Norm, haben Wissenschaftler inzwischen einen Wert von knapp unter fünf als Richtwert festgelegt.

Säure-Base-Haushalt

Faktoren wie Alter, Geschlecht und die Nutzung von Kosmetika beeinflussen den Säure-Base-Haushalt der Haut. Der leicht saure Haut-pH-Wert hat aber auch noch einen weiteren Nutzen: Der Aufbau und die Regeneration der Hautbarriere durch Enzyme werden positiv beeinflusst.

Der pH-Wert des Urins

Der Normwert des Urins liegt bei normaler Ernährung zwischen 4,6 und 7,5. Dieser eher saure Wert kann sich bei der Ernährung mit basischen Lebensmitteln ins basische verschieben, bei Ernährung sauren Lebensmitteln oder bei eiweißreicher Ernährung verschiebt sich der pH-Wert ins saure Milieu.

Die Säure-Basen-Haushalt-Tabelle gibt Auskunft darüber, welchen pH-Wert verschiedene Nahrungsmittel haben.

pH-Wert ernährungsabhängig

Der Verzehr saurer oder basischer Lebensmittel beeinflusst den pH-Wert im Urin.

Der Anteil an sauren und basischen Lebensmitteln in der Ernährung beeinflusst den pH-Wert im Urin. – © elenabsl – Fotolia.com

Da der pH-Wert des Urins täglich starken Schwankungen unterliegt, ist es sinnvoll, die Werte über einen längeren Zeitraum zu testen. Um einen aussagekräftigen Wert zu erhalten, wird im sogenannten Mittelstrahl des Urins gemessen und dies möglichst auch nicht immer zu verschiedenen Tageszeiten.

Krankheitsindikator

Ein ständig basischer Wert deutet auf eine Störung oder Erkrankung hin. Bei einer Ketose, bzw. einer ketogenen Diät sollten der pH-Werte regelmäßig überprüft werden. Um zu ermitteln, ob ein erhöhtes Risiko für Harnsteine besteht, wird ebenfalls der pH-Wert gemessen.

Der pH-Wert des Bluts und des Darms

Der Normwert des Blutes liegt zwischen 7,35 und 7,45. Durch den sogenannten Blutpuffer, der aus gelöstem Kohlenstoffdioxid, Salzen und Proteinen besteht, wird er eingestellt. Sinkt der pH-Wert, kann das Blut weniger Sauerstoff binden, der Hämoglobin Wert sinkt.

Der pH-Wert des Darms liegt im basischen Bereich bei 8,0 und darüber. Ein normaler Wert hilft, die Darmflora zu erhalten und gesundheitsschädliche Darmbakterien und Krankheitserreger zu vermeiden. Bei einer gestörten Verdauung, Nahrungsmittelunverträglichkeit, der Aufnahme von verdorbenen Lebensmitteln oder bei Reizdarm kommt es zu Durchfällen – so scheidet der Körper die schädlichen Bakterien und Erreger aus und reguliert die Darmflora von selbst.

Bei einer Laktoseintoleranz verschiebt sich der pH-Wert in den saueren Bereich, es kommt zu einer Übersäuerung, da der Milchzucker ungespalten im Dickdarm vergärt.

Schwangerschaft und pH-Wert

Wie bei den meisten Körperfunktionen spielt der pH-Wert auch bei Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Das männliche Sperma ist basisch, während das Scheidenmilieu der Frau sauer ist (zur Abwehr von Keimen und Krankheitserregern). Während des Geschlechtsverkehrs setzt eine Neutralisationsreaktion ein, die dazu führt, dass sich die Spermien optimal bewegen können.

Während der Schwangerschaft verursacht ein erhöhter pH-Wert häufig Scheidenpilz und Entzündungen. Außerdem kann dieser Wert auf einen frühzeitigen Fruchtwasseraustritt hinweisen. Der pH-Wert des Fruchtwassers liegt über 6,5. Eine regelmäßige Kontrolle mit pH-Teststreifen kann man selbst zu Hause durchführen.

Wie wird der pH-Wert ermittelt und getestet?

Bei einem Ph-Test wird das Ergebnis anhand einer Farbskala abgelesen.

Den pH-Wert können Sie messen und den Wert mittels einer Skala deuten. – © Christian – Fotolia.com

Der pH-Wert von Flüssigkeiten wie Wasser oder Urin kann sehr einfach mit einem pH-Teststreifen ermittelt werden, der in die Flüssigkeit gehalten wird.

Einfacher Schnelltest

Die pH-Wert-Berechnung erfolgt unmittelbar und der Streifen verfärbt sich je nach Wert. Die Verfärbung des Indikatorfarbstoffes reicht von Rot über Gelb, Grün bis hin zu Blau.

Der pH-Wert des Teststreifens kann an der Skala abgelesen werden. Dazu vergleicht man ihn einfach mit den Referenzfarben.

Mehrfach messen mit pH-Meter

Alternativ kann der Wert auch mit einem pH-Meter ermittelt werden. Dabei wird der Wert auf elektrochemischem Weg ermittelt. Es gibt auch kleine pH-Meter für den mobilen Gebrauch zu kaufen.

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