Heroin Abhängigkeit erkennen und nachweisen

Heroin macht psychisch und körperlich abhängig. Damit die Konsumenten weiterhin die euphorisierende Wirkung der Droge spüren, muss deren Dosis stetig gesteigert werden. Die Gefahr einer tödlichen Überdosierung ist daher groß. Eine Heroinabhängigkeit kann schon bald am Auftreten vielfältiger körperlicher und psychischer Symptome erkannt werden.

Heroin hat unter den Drogen das höchste Abhängigkeitspotenzial.

Heroin ist die Droge mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial. – © Rob / Fotolia.com

Übersicht

Die sozialen, psychischen und körperlichen Folgen eines jahrelangen Heroinkonsums sind immens. Heroin gilt als Droge mit dem größten Abhängigkeitspotenzial überhaupt.

Morphin und Heroin

Das sogenannte Morphin ist mit dem Heroin chemisch gesehen verwandt, die Droge wirkt jedoch um ein vielfaches stärker, wenn auch wesentlich kürzer. Eine Überdosis Heroin wird auch als goldener Schuss bezeichnet und hat letale (tödliche) Wirkung. Überdosierungen der Droge sind stets lebensgefährlich.

Gesundheitsgefahren

Dauerhafter Konsum des Stoffs führt neben der Abhängigkeit zu vielfältigen gesundheitlichen Einschränkungen, an denen ein Konsum, besonders in fortgeschrittenen Stadien, erkannt werden kann. Die Droge wird meist intravenös appliziert, es ist aber auch möglich, das Rauschgift zu inhalieren.

Bereits kurze Zeit nach einer Injektion setzt der Rauschzustand ein. Konsumenten verspüren keine Schmerzen und sind euphorisch. Sämtliche Alltagsprobleme scheinen für die Dauer der Wirkung völlig unbedeutend.

Was ist Heroin?

Heroin wird aus dem Schlafmohn gewonnen, dem Grundstoff des Opiums.

Heroin wird genauso wie Morphin aus Schlafmohn gewonnen, dem Grundstoff des Opiums. – © Venelin Petkov – Fotolia.com

Die Herstellung von Heroin erfolgt aufgrund einer chemischen Reaktion aus Essigsäureanhydrid und Morphin. Dieser Prozess heißt Acetylierung.

Diacethylmorphin

Chemisch gesehen, kommt es dabei zur Bildung von zwei neuen Acetylgruppen, weshalb der korrekte Name von Heroin Diacethylmorphin lautet.

Die Substanz hat stark fettlösliche Eigenschaften, ganz im Gegensatz zu Morphin. Nach einer Injektion gelangt es daher schnell durch den Blutkreislauf ins Gehirn und wird dort zu Morphin abgebaut.

Grundstoff Opium

Intravenös verabreichtes Morphin hätte also nicht die gleiche Wirkung, denn es ist weniger fettlöslich. Der Stoff zählt zur Substanzklasse der Opiate. Wie auch Codein oder Morphin wird Heroin aus Opium gewonnen.

Heroin und Kokain sind in Deutschland illegale Drogen mit einem hohen Abhängigkeitspotenzial. Während die pflanzliche Basis des Heroins der Schlafmohn ist, wird Kokain aus der Coca-Pflanze hergestellt.

Formen von Heroin

Verschiedene Formen des Heroins sind zu unterscheiden. Weißes Heroin, auch als Heroin Nummer 1 bezeichnet, ist eine weiße Substanz von pulverartiger Konsistenz. Es ist eine sehr reine Zustandsform, welche aus Rohopium gewonnen wird. Dabei handelt es sich noch nicht um Heroin im eigentlichen Sinne, sondern um die klassische Transportform der Droge.

Erst wenn die Morphinbase mit anderen chemischen Substanzen versetzt wird, entsteht die Droge für den Konsum. So genanntes braunes Heroin wurde unter Zusatz von Essigsäureanhydrid hergestellt und zeichnet sich aus durch seine krümelig-körnige Konsistenz. Es ist sehr gut wasserlöslich und hoch konzentriert.

Gefahr durch Streckmittel

Um die Gewinnspanne beim Verkauf zu erhöhen, wird braunes Heroin von Drogendealern oft gestreckt, beispielsweise mit Vitamin C oder Laktose. Diese Praxis birgt das Risiko zusätzlicher Gesundheitsschäden bei Konsumenten. Ob die Droge verunreinigt ist oder einen hohen Reinheitsgrad besitzt, kann mit einem so genannten Heroin Reinheitstest ermittelt werden.

Wirkung und Nebenwirkungen von Heroin

Konsumenten von Heroin berichten vom so genannten Kick, der unmittelbaren Hauptwirkung nach intravenöser Applikation. Diacethylmorphin, kurz Diamorphin, wird zu Morphin abgebaut und in erheblichen Mengen im Gehirn angeflutet.

Euphorie durch Morphin

Der Stoff wird von den Körpergeweben relativ leicht aufgenommen und erzeugt einen Rauschzustand, welcher regelmäßig mit starken Glücksgefühlen einhergeht. Die typische euphorisierende Wirkung wird in erster Linie durch das Abbauprodukt Morphin hervorgerufen.

Wirkung im Gehirn

Herion bzw. dessen Stoffwechselprodukt Morphin bindet sich an bestimmte Rezeptoren im Gehirn, die normalerweise körpereigene Botenstoffe aufnehmen. Die Botenstoffe sind Teil des sogenannten Belohnugnssystems. Sie werden vermehrt im Gehirn ausgeschüttet, um angenehme Gefühle (Belohnungen) zu erzeugen, z. B. wenn wir etwas gelernt haben, um diese Aktivität zu verstärken.

Wenn die Belohnung (Wohlgefühl, Euphorie) gewirkt hat, wird normalerweise ein hemmender Botenstoff ausgeschüttet, der das emotionale System wieder in einen Normalzustand bringt.

Das körperfremde Morphin blockiert nun jedoch die Rezeptoren für die körpereigenen, hemmenden Botenstoffe und verstärkt die Ausschüttung der euphorisierenden Stoffe. Neue Rezeptoren werden gebildet, um die überschüssigen Botenstoffe aufzunehmen. Wird kein neues Heroin zugeführt, verlangen die neuen, nun überschüssigen Rezeptoren nach mehr Botenstoffen. Dadurch wird das Gehirn dauerhaft in Eurphorie versetzt, und es entsteht eine Abhängigkeit.

Wohlige Gleichgültigkeit, Angstfreiheit und eine gedämpfte geistige Aktivität treten ein. Die Euphorie und das intensive Traumerleben sind so intensiv wie bei keiner anderen Droge. Gerade dass macht die Gefährlichkeit des Heroinrausches aus, der bis zu 4 Stunden anhalten kann.

Zahlreiche Nebenwirkungen

Die Heroin Nebenwirkungen sind zahlreich und treten vermehrt besonders bei langjährigem Konsum auf. Bei Abhängigkeit von weiteren Drogen und Suchtmitteln, der sogenannten Polytoxikomanie, beispielsweise durch Benzodiazepine oder Alkohol, können sich die Nebenwirkungen um ein Vielfaches potenzieren und intensivieren.

Typisch sind Leberschäden, Darmverschluss, Erkrankungen der Atemwege, Karies oder Knochenbrüche infolge von epileptischen Anfällen. Häufig geht mit dem Konsum der Droge auch ein sozialer Abstieg einher.

Heroin-Abhängigkeit ist schwer zu beherrschen

Durch das hohe Suchtpotenzial von Heroin entsteht bereits nach nur einmaligem Konsum eine Abhängigkeit. Im Laufe des Konsums stellt sich zudem eine Toleranzentwicklung ein, das bedeutet für die Abhängigen, dass sie die Heroindosis ständig steigern müssen, um einen gleichmäßigen Rauschzustand zu erzielen.

Tagesdosis steigert sich

Heroinabhängige Personen benötigen täglich Dosen von einem halben bis zu 3 Gramm, die im Laufe des Tages intravenös appliziert oder eingenommen werden. Für nicht an die Droge gewöhnte Menschen könnten solche Dosen tödlich sein.

Psychische Abhängigkeit

Durch den Konsum von Diacethylmorphin entsteht zunächst eine psychische Abhängigkeit. Anfangs ist das Verlangen nach der Droge zwar noch zu beherrschen, doch mit fortschreitender Abhängigkeit kann das sogenannte Craving, die Begierde nach Heroin, nicht oder nur noch schwer kontrolliert werden.

Physische Abhängigkeit

Zunehmend stellt sich auch eine körperliche Abhängigkeit ein. Ganz konkret bedeutet dies, dass sich bestimmte Stoffwechselprozesse und Körpervorgänge an die Droge adaptiert haben. Die Droge ist also dann bei den Betroffenen notwendig, damit der Organismus funktionieren kann. Typische Entzugssymptome treten dann auf, sobald die Substanz nicht mehr konsumiert wird.

Nachweis mit einem Heroin Test

Auf Basis einer Urinprobe können Sie mit einem Heroin Test schnell und einfach den Konsum der Droge nachweisen.

Mit einem Heroin Test auf Basis einer Urinpprobe können Sie selbst zu Hause den Konsum von Heroin nachweisen.

Der Drogennachweis kann heute mit verschiedenen Testverfahren erfolgen. Im Drogentest Heroin kann nicht nur die Substanz selbst, sondern auch dessen Abbauprodukte, Metaboliten, nachgewiesen werden.

Wo und wie ist Heroin nachweisbar?

Für den Heroin Test eignen sich unterschiedliche Körpermaterialien. Neben Blut und Urin können auch Haare oder Speichel für den Heroin Nachweis verwendet werden. Auch Barbiturate oder Amphetamine können in Körperflüssigkeiten analysiert werden. Die Höhe der Konzentration und der Metabolite gibt Rückschluss auf Dauer und Intensität eines Konsums.

Nachweisdauer

Nach einer Heroininjektion kann der Stoff, also Diacetylmorphin, nur wenige Minuten im Blut nachgewiesen werden. Das Morphin ist allerdings über einen weit längeren Zeitraum von 3 bis 20, bei hoch dosiertem Heroinkonsum auch über 30 Stunden nachweisbar.

Beim Testmaterial Urin hängt der Nachweis vom ph-Wert ab, als Nachweisgrenze gelten beim Harn bis zu 3 Tage. Haarproben können mittels einer Haaranalyse maximal bis zu 6 Monate auf Heroinderivate untersucht werden, beispielsweise im Rahmen einer medizinisch-psychologischen Begutachtung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis.

In einer Speichelprobe können die Stoffwechselprodukte des Heroins innerhalb von 24 bis zu 36 Stunden nach einem Konsum sicher nachgewiesen werden.

Heroin Entzug bedarf großer Anstrengung

Der Heroin Entzug ist für die Betroffenen zumeist ein langer und sehr anstrengender Weg zurück in ein drogenfreies Leben. Entzugserscheinungen setzten immer dann ein, wenn durch Abhängigkeit und Gewöhnung der Körper die Droge braucht, um noch einigermaßen zu funktionieren.

Kalter Entzug

Als kalter Entzug wird das plötzliche Absetzen des Rauschgifts bezeichnet, was für die Betroffenen regelmäßig schmerzhaft und sehr stressig sein kann. Ein kalter Entzug der Droge kann sogar tödlich verlaufen. Ein Diacethylmorphin Entzug sollte aus diesem und anderen Gründen nicht in eigener Regie, sondern unter stationären oder teilstationären Bedingungen unter ärztlicher Leitung erfolgen.

Körperliche Entzugserscheinungen

Schon 4 bis 6 Stunden nach der letzten Dosis können erste Entzugssymptome auftreten. Der Konsument fühlt sich zunächst reizbar, ängstlich und nervös. Der körperliche Entzug kann bis zu zwei Wochen andauern und wird von Entzugserscheinungen wie Schüttelfrost, starken Muskelschmerzen, Krämpfen oder Durchfall begleitet.

Psychische Entzugserscheinungen

Der emotionale Entzug von Heroin dauert einige Wochen mit oft großem seelischen Leid, in dieser Phase ist die Gefahr eines Rückfalls ziemlich hoch. Um die Heroinwirkung im Gehirn abzumildern, arbeiten Kliniken und Suchtzentren oft mit sogenannten Drogenersatzstoffen wie Methadon.

Schmerzlinderung während des Entzugs

Zur Schmerzlinderung während des Entzugs kann Buprenorphin verabreiht werden, ein pharmakologischer Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide. Durch Methadon wird eine heroinähnliche Wirkung bei gleichzeitig nur geringem Suchtpotenzial und besserer Verträglichkeit erzielt. Sinn dieser Substitutionstherapie ist die Wiederherstellung eines physischen Normalzustandes sowie die Fähigkeit, das eigene Verhalten wieder selbst kontrollieren zu können.

Heroin ist die illegale Droge mit dem größten Sucht- und Abhängigkeitspotenzial. Durch körperliche und psychische Abhängigkeit geraten die Betroffenen schnell in einen Teufelskreis, aus dem sie nur mit professioneller Hilfe wieder aussteigen können. Heroinkonsum macht seelisch und körperlich krank und kann bei Überdosierung auch tödlich sein. Heroin und seine Stoffwechselprodukte können sicher und gerichtsfest in unterschiedlichen Körpersekreten nachgewiesen werden. Bestellen Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de Ihren Heroin Test!

Quellen (Auswahl):
https://www.taz.de/!131947/
https://de.wikipedia.org/wiki/Heroin
https://www.dhs.de/suchtstoffe-verhalten/illegale-drogen/heroin.html
https://www.spiegel.de/thema/heroin/