Mit der Haaranalyse Suchtstoffe nachweisen

Mit den üblichen Methoden wie Blut- und Urintests ist der Missbrauch von Suchtmitteln bereits nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar. Mit einer MPU Haaranalyse können entsprechende Substanzen noch nach Monaten nachgewiesen werden, was die Abstinenzkontrolle erheblich vereinfacht. Außerdem kann eine Haaranalyse kaum manipuliert werden. Heimtest-Schnelltests.de informiert Sie in diesem Beitrag.

Die Haaranalyse weist im Menschenhaar Drogen und Alkohol nach.

Die Haaranalyse kann in einem Menschenhaar (hier 200-fach vergrößert) Drogen und Alkohol nachweisen. – © Jan Homann, Menschenhaar 200 fach, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die Haaranalyse Drogen spielt vor allem bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) eine entscheidende Rolle, um einen Abstinenznachweis zu erbringen. Im Rahmen dieser Untersuchung kann auch auf Alkoholmissbrauch getestet werden.

Grundsätzlich stellt die Haaranalyse eine Art Drogentest dar; konsumierte Suchtstoffe können auch noch Monate nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden. Durch die festgestellte Konzentration einer Substanz kann auf die Konsumhäufigkeit geschlossen werden. Darüber hinaus lässt sich aufgrund der Wachstumsrate des Kopfhaares zurückrechnen, wann der Konsum erfolgte.

Die Haarmineralanalyse dient vor allem dazu, die Konzentration von Mineralstoffen und Spurenelementen zu bestimmen. Diese Stoffe benötigt der Körper, um einwandfrei funktionieren zu können. Mittels der Haaranalyse kann auch auf das Vorhandensein von Umwelttoxinen wie Schwermetallen getestet werden.

Wofür wird Haaranalytik eingesetzt?

Haaranalysen bzw. Haarmineralanalysen haben verschiedenste Einsatzzwecke. Haare sind Hautanhängsel und werden von den Haarwurzeln gebildet. Die Haarwurzeln sind am Metabolismus des Körpers beteiligt. Es kommt zu einer Verhornung und das Haar wird nach außen geschoben. Die Haaranalytik spielt vor allem in der Umwelt- und Rechtsmedizin eine entscheidende Rolle, um Drogen, Toxine bzw. Mineralstoffe nachzuweisen.

Während das Haar verhornt, werden Zwischen- bzw. Abbauprodukte des Stoffwechsels im Haar abgelagert. Diese in der inneren Haarstruktur befindlichen Substanzen können in vielen Fällen auch nach einigen Monaten noch nachgewiesen werden. Außerdem macht es für das Ergebnis der Haaranalyse keinen Unterschied, ob die zu untersuchende Substanz nasal, oral, inhalativ oder auf einem anderen Weg in den Körper gelangt ist.

Da Kopfhaar etwa 1 cm pro Monat wächst und eine Substanz nach etwa zwei Wochen in der Haarstruktur nachweisbar ist, kann der Konsum bestimmter Substanzen rekonstruiert werden. Grundsätzlich eignet sich eine umfassende Haaranalytik für verschiedenste Eignungsprüfungen, zum Nachweis von Bewährungsauflagen, bei Streitigkeiten um das Sorgerecht bzw. zum Nachweis von Vergiftungen

Haaranalyse MPU

Die Haaranalyse kann der Polizei zum Nachweis von Drogenkonsum dienen.

Wer bei einer Polizeikontrolle in den Verdacht gerät, Drogen oder Alkohol konsumiert zu haben, muss mit einer Haaranalyse rechnen. – © benjaminnolte – Fotolia.com

Einer der wichtigsten Einsatzzwecke der Haaranalyse ist die MPU, die Medizinisch Psychologische Untersuchung. Im Rahmen einer MPU wird die Fahreignung überprüft. Dazu ist eine Untersuchung auf Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch notwendig. Mit einem MPU Abstinenznachweis kann nachgewiesen werden, ob die betreffende Person in der vereinbarten Zeit wirklich auf den Konsum von Alkohol, Drogen und den Missbrauch von Medikamenten wie Ketamin verzichtet hat.

Um Alkoholmissbrauch nachzuweisen, werden die Leberwerte MPU im Rahmen eines Alkoholscreenings bestimmt. Das Verfahren der Haaranalyse ist in solchen Fällen besonders effektiv, da viele Substanzen noch Wochen bzw. Monate nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden können. Ein normaler Bluttest auf Alkohol würde bereits wenige Stunden nach dem letzten Konsum ein negatives Ergebnis liefern.

Haarmineralstoffanalyse

Neben der Haaranalyse auf illegale Drogen, Dopingmittel und Medikamente kann auch eine Haarmineralanalyse durchgeführt werden. Dabei wird getestet, ob eventuell ein Mangel bzw. ein Überschuss an bestimmten Mineralstoffen und Spurenelementen vorliegt.

Darüber hinaus können mittels einer Haaranalyse Schwermetalle im Körper nachgewiesen werden, welche eine ständige Belastung für den Körper bedeuten. Eine Haar Mineral Analyse zeigt also unter anderem umweltbedingte Vergiftungen durch Schwermetalle und Toxine auf. Bis heute sind die genauen Zusammenhänge zwischen der im Haar nachgewiesenen Konzentration bestimmter Umweltgifte und der in der Umwelt bzw. dem Körper befindlichen Konzentration ungeklärt.

Im Gegensatz zur traditionellen Haaranalyse ist die Haarmineralstoffanalyse kaum wissenschaftlich belegt. Aus diesem Grund ist die Interpretation der Ergebnisse einer solchen Untersuchung eine heikle Angelegenheit.

Wie funktioniert eine Haaranalyse?

Eine Haaranalyse auf Drogen erfolgt mit dem GC-MS-Gerät.

Für eine Haaranalyse zum Nachweis von Drogenkonsum wird ein GC-MS-Gerät eingesetzt. – © Polimerek, GCMS open, CC BY-SA 4.0

Um für einen Drogentest Haare zu analysieren oder mit einer Haaranalyse Alkohol nachzuweisen, wird eine Haarmenge von 1 – 2 Esslöffeln benötigt. Die Haare sollten im besten Fall vom Hinterkopf abgeschnitten werden. Ist dies nicht möglich, kann für die pirvat genutzte Haaranalyse auch anderes Körperhaar wie Schamhaar verwendet werden. Für die gerichtliche Verwertung oder eine MPU ist dagegen meist nur Kopfhaar zulässig.

Bei weiteren Untersuchungen sollten immer von der gleichen Körperstelle Haare entnommen werden. Außerdem funktioniert die Haaranalyse nur einwandfrei, wenn unbehandeltes Haar eingeschickt wird.

Möchten Sie eine Haarmineralanalyse zuhause durchführen, können Sie sich selbst Haare entnehmen und einsenden. Bei einer MPU ist es jedoch notwendig, dass dies von einem entsprechend geschulten Arzt durchgeführt wird. Der Arzt muss Ihre Identität vor der Probenentnahme bestätigen. In diesem Fall sendet der Arzt die Haarprobe in das Labor. Dort werden unterschiedliche Verfahren genutzt, um das Haar zu analysieren.

Zielt der Haartest auf den Nachweis illegalen Drogenkonsums, wird meist das Verfahren der Flüssigchromatographie mit Massenspektromie-Kopplung einegsetzt, oder es wird das Verfahren der Gaschromatographie mit Massenspektromie-Kopplung unter Einsatz entsprechender GC-MS bzw. GC-MS/MS-Geräte genutzt.

Während bei einer Haaranalyse auf Alkoholmissbrauch sowie den Konsum verschiedenster Drogen wie Cannabis oder Kokain getestet wird, dient eine Haarmineralanalyse dazu, die wichtigsten Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Umweltgifte nachzuweisen. Dazu gehört unter anderem die Konzentration von Arsen, Blei oder Eisen.

Haar Analyse für einzelne Drogenarten

Es können mit einem Haartest Drogen sowie der Missbrauch verschiedenster Suchtmittel auch viele Monate nach dem letzten Konsum eindeutig nachgewiesen werden. Durch die Konzentration der im Haar eingelagerten Drogen lässt sich in vielen Fällen auf die Häufigkeit des Konsums schließen.

Bei der Haaranalyse für die MPU wird auf die bekanntesten illegalen Drogen sowie deren Metabolite getestet. Weiters wird auf bestimmte Medikamente, die etwa Opiate und Opioide enthalten, getestet. Opiate werden  häufig als Betäubungsmittel eingesetzt und können und abhängig machen. Opioide werden meist zur Behandlung von starken Schmerzen medizinisch genutzt; auch hier besteht ein erhöhtes Suchtpotenzial. Weiters können mit einer Haaranalyse Substitutionstherapeutika sowie Benzodiazepine nachgewiesen werden. Beim Nachweis von diesen Medikamenten wird auch auf deren Abbauprodukte sowie zusätzliche Bestandteile wie Morphin, Codein, Methadon und Heroin getestet.

Ein Haartest gibt außerdem Aufschluss über den Missbrauch von Cannabiswirkstoffen wie Spice. Routinemäßig wird bei der Haaranalyse Cannabis auch eine Haaranalyse THC (Tetrahydrocannabinol) durchgeführt. Genauso kann mit einer Haaranalyse Kokain  standardmäßig nachgewiesen werden. Es wird neben Cannabiswirkstoffen auch auf synthetische Drogen wie Amphetamin bzw. Methamphetamin getestet.

Alkoholkonsum kann ebenso mit einer Haaranalyse nachgewiesen werden. Diese Maßnahme dient meist zur Abstinenzkontrolle. Dabei werden die in der Haarstruktur nachweisbaren Konzentrationen von EtG (Ethylglucuronid) und FAEE (Fettsäureethylester) bestimmt

Was kostet eine Haaranalyse?

Die Haaranalyse Kosten hängen davon ab, auf welche Substanzen getestet werden soll. So ist eine labortechnische Untersuchung auf Alkohol und Drogen zusammen teurer als eine Untersuchung auf Alkoholmissbrauch alleine. Für ein sicheres Ergebnis werden ein bis zwei volle Esslöffel Haare benötigt. Die Haare dürfen nicht kürzer als 2 cm sein und sollten im Idealfall vom Hinterkopf stammen. Ist dies aufgrund von fehlendem Haarwuchs am Kopf nicht möglich, können auch andere Körperhaare verwendet werden.

Eine Haarmineralanalyse kostet ungefähr 150 €; in vielen Fällen wird vom beauftragten Labor gleich eine Interpretation der Ergebnisse mitgeliefert. Sie erhalten dabei nicht nur die Auswertung der Analyse, sondern auch konkrete Anweisungen zur Ernährungsumstellung bzw. eine Empfehlung für bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Sie können eine derartige Haaranalyse online bestellen. Die Haaranalyse Drogen Kosten sind meist höher als die der Haarmineralanalyse, da eine solche Untersuchung gerichtlich verwertbar sein muss.

Soll im Rahmen einer MPU der Missbrauch von Drogen bzw. Alkohol nachgewiesen werden, können Sie zuvor eine Haaranalyse online bestellen, um Sicherheit über den Ausgang der Untersuchung zu erhalten. Die Kosten für eine solche Haaranalyse liegen je nach der zu testenden Substanz zwischen 100 und 300 €, bei Kombinationstests auf mehrere Drogenarten können auch höhere Kosten entstehen.

Lässt sich eine Haaranalyse manipulieren?

Eine Haaranalyse lässt sich nur schwer manipulieren, da in den Haaren auch monatelang zurückliegender Missbrauch von Drogen bzw. Alkohol nachgewiesen werden kann. Durch das häufige Waschen der Kopfhaare wird das Ergebnis der Haaranalyse nicht verändert. Die nachzuweisenden Substanzen befinden sich nämlich in der Haarmatrix und können nicht abgewaschen werden. Auch das Färben der Haare hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Ergebnisse der Analyse.

Die Haaranalyse Drogen zu manipulieren, gelingt eventuell durch starkes Bleichen der Haare. Dadurch wird nämlich die Haarstruktur geschädigt, wodurch in manchen Fällen bestimmte Arten von Medikamenten in niedrigeren Konzentrationen nachweisbar sind. Die Haaranalyse Alkohol zu manipulieren, ist kaum möglich. Häufiger Kontakt der Haare mit stark gechlortem Wasser beeinflusst das Ergebnis der Haaranalyse manchmal negativ.

Damit es zu keinen Verfälschungen kommt, sollten Veränderungen der Haare bei einer erneuten Haaranalyse vermerkt und in die Interpretation der Ergebnisse miteinbezogen werden. Dazu gehört das Färben bzw. Bleichen der Haare sowie Dauerwellen. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungsmethoden wie Blut- oder Urintests sind Haaranalysen vergleichsweise sicher und eine Manipulation relativ unwahrscheinlich.

Mit einer Haaranalyse kann der Missbrauch von Drogen, Medikamenten und Alkohol zuverlässig nachgewiesen werden. Dies spielt bei der Durchführung einer MPU eine entscheidende Rolle, da hier eine Abstinenzkontrolle durchgeführt werden muss. Mittels einer Haaranalyse kann auch die Konzentration bestimmter Umweltgifte wie Blei in der Haarmatrix bestimmt werden. Um sicherzugehen, dass Ihre Haare keine verbotenen Substanzen enthalten, können Sie vor einer offiziellen Untersuchung selbst einen Vorcheck durchführen. Bestellen sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de Ihre Haaranalyse!

Quellen (Auswahl):
https://de.wikipedia.org/wiki/Haaranalytik
https://www.drugscouts.de/de/lexikon/haaranalyse
https://www.laborpraxis.vogel.de/analytik/chromatographie/gaschromatographie/articles/102636/