PCP – Droge mit vielen Namen

PCP, auch als Phencyclidin bezeichnet, wurde ursprünglich in den U.S.A. als Narkosemittel entwickelt. Aufgrund seiner halluzinogenen Wirkung und seines Abhängigkeitspotenzials ist PCP in Deutschland als nicht mehr verschreibungs- und verkehrsfähig eingestuft. Erfahren Sie mehr auf Heimtest-Schnelltests.de!

Phencyclidin, kurz PCP, ist ein als Partydroge missbrauchtes Narkosemittel.

PCP (Phencyclidin) ist ein als Partydroge missbrauchtes Narkosemittel. – © Rosali Ziller

Heutzutage wird PCP als Freizeit- und Partydroge missbraucht, die je nach Art der Einnahme und Dosierung in kürzester Zeit zu extremen Rauschzuständen führen kann. Wird die Droge in geringer Dosierung eingenommen, stellen sich Zustände wie etwa Euphorie, Hemmungslosigkeit, Schmerzunempfindlichkeit oder Wahrnehmungsverzerrung ein. Höhere Dosierungen wirken eher narkotisch und können zur Bewegungsunfähigkeit, zu Halluzinationen oder sogar zur Bewusstlosigkeit führen.

Die Wirkung dieser Droge ist jedoch unberechenbar, da die physischen und psychischen Reaktionen auf ihre Einnahme von Konsument zu Konsument variieren können. Bei dauerhaftem und regelmäßigem PCP-Konsum kann es zu Psychosen oder sogar zur chronischen Abhängigkeit kommen. Der Mischkonsum von Phencyclidin mit Alkohol oder anderen Drogen kann die Wirkung verstärken und fatale Folgen für die Gesundheit haben.

Was ist PCP?

PCP Strukturformel: Phencyclidin enthält Hydrochlorid.

PCP-Strukturformel: Die Synthese des Stoffs erfolgt in zwei Schritten. – © Emeldir, 1-(1-phenylcyclohexyl)piperidine 200, marked as public domain, more details on Wikimedia Commons

Die Abkürzung steht für Phenylcyclohexylpiperidin. Die Verwendung von Phencyclidin als Narkosemittel wurde schon 1965 eingestellt, da die Patienten nach dem Aufwachen aus der Narkose meist extrem verwirrt waren. Seitdem wird PCP auf dem Schwarzmarkt als Freizeitdroge gehandelt.

Dissoziative Droge

Es handelt sich dabei um eine sogenannte „dissoziative Droge“, die sowohl die visuelle als auch akustische Wahrnehmung der Konsumenten verzerrt. Die Wirkung ist am ehesten mit Ketamin vergleichbar.

Je nach Dosierung und individuellem Zustand der Konsumenten produziert PCP ein Gefühl der Loslösung von der Umgebung und der eigenen Persönlichkeit verbunden mit einem positiven Gefühl von Stärke und Macht oder das Ganze endet in einem echten Horrortrip.

Viele Bezeichnungen für dieselbe Substanz

Es können Symptome wie etwa Halluzinationen oder Paranoia auftreten, die einer Schizophrenie ähneln. In der Drogenszene ist PCP unter anderem auch unter den Bezeichnungen Angel Dust, Dust, PCP Dust, PeaCe Pill, TAC, Killer Weed, Rocket Fuel, Wack, Hog, Lovely, Ozone, Sherman Hemsley, Londrea, Embalming Fluid, Crystal Angel oder Crystal – nicht zu verwechseln mit der Droge Crystal Meth, die zur Substanzklasse der Amphetamine gehört – bekannt. Auf dem US-Rauschgiftmarkt ist PCP inzwischen eine der beliebtesten Drogen, die von jedem zehnten Amerikaner zwischen 12 und 25 Jahren häufig oder sogar regelmäßig konsumiert wird.

Konsumformen und Mischkonsum von PCP

In Reinform kommt Phencyclidin als weißes, kristallines Pulver vor, wird aber in der Regel in Form von Pillen, Kapseln oder Tabletten eingenommen, die häufig aber auch zerkleinert und durch die Nase geschnieft werden. Darüber hinaus wird die Droge auch als Flüssigkeit oder als Spray angeboten. Das Spray wird auf die Blätter der Hanfpflanze Cannabis gesprüht, die der Konsument anschließend raucht.

In der Drogenszene werden die mit PCP besprühten Blätter als „Hogs“ oder „Shermans“ bezeichnet. Die gefährlichste Variante der Einnahme ist die Verabreichung von PCP als Injektion, die am schnellsten zum Rausch führt.

Mischkonsum führt zu unkalkulierbaren Wirkungen

Doch die Sucht nach der Droge macht erfinderisch, und so gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, Phencyclidin zu konsumieren. Bei den „Lovelies“ beispielsweise handelt es sich um Zigaretten, die in PCP getunkt und dann geraucht werden. Auch gefährliche Mischungen wie PCP und Marihuana, in der Szene als „Supergrass“, „Killer Weed“ oder „Killer Joints“ bezeichnet, oder der „Space Base“ genannte Mix aus PCP und Crack sind unter Drogenkonsumenten verbreitet.

Der „Black Dust“, auch „Sunshine“ genannt, ist eine Mischung aus PCP und Heroin und hat es ebenfalls in sich. Der gleichzeitige Konsum von PCP und Alkohol verstärkt die Wirkung der Droge und kann zu bedrohlichen Halluzinationen und Ohnmachtsanfällen führen.

Oftmals werden auch verschiedene pflanzliche Bestandteile mit synthetischen Cannabinoiden, die die Wirkung von Marihuana nachahmen sollen, gemischt. Diese Räuchermischungen werden meist in Pfeifen oder als Joints geraucht und führen vor allem durch den Zusatz der synthetischen Cannabinoide, die auch unter den Markennamen „Spice“ und „K2“ bekannt sind, zu Rauschzuständen.

Der Mischkonsum mit Alkohol oder anderen Drogen kann nicht nur extreme Zustände wie Wahnvorstellungen oder Ohnmacht hervorrufen, sondern im schlimmsten Fall sogar zum Atemstillstand führen. Wird PCP mit Halluzinogenen kombiniert, werden die psychischen Effekte so sehr verstärkt, dass es zu schweren Horrortrips kommen kann.

Wie und wie lange wirken Phencyclidine?

Ist die PCP-Wirkung je nach Dosierung sehr intensiv, können Halluzinationen, Wahrnehmungsverzerrungen, Koordinationsschwierigkeiten und Schmerzunempfindlichkeit die Folge sein. Aber auch Panikattacken, depressive Verstimmungen und aggressives Verhalten sind nach Einnahme der Droge keine Seltenheit. Der Herzschlag wird beschleunigt, der Blutdruck steigt rasant an, die Pupillen erweitern sich und je höher die Dosis, desto unempfindlicher wird der Konsument für äußere Reize.

Die Aggression steigernde Wirkung führt in vielen Fällen zu Problemen mit dem sozialen Umfeld und oftmals kommt es im Rauschzustand nicht nur zu schwersten Selbstverletzungen, sondern die Konsumenten begehen sogar Morde, an die sie sich in nüchternem Zustand nicht mehr erinnern können.

Phencyclidin verändert das Gehirn

Als sogenanntes Neurotoxin kann PCP vor allem im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der für Gedächtnis und Lernen zuständig ist, aber auch die Emotionen beeinflusst, großen Schaden anrichten. Phencyclidine lösen im Gehirn im wahrsten Sinne des Wortes ein Gewitter aus, denn die Droge blockiert die Fähigkeit zwischen sensorischen Informationen, die etwa von den Augen, Ohren oder dem Geruchssinn an das Gehirn weitergeleitet werden, und psychischen Informationen, also den Gefühlen und Gedanken, zu unterscheiden. Dadurch vermischen sich innere und äußere Reize zu einem Chaos aus Realität und Fantasie, das der Konsument nicht mehr zu entwirren vermag.

PCP wirkt bis zu zwei Tage lang

Wird Phencyclidin oral eingenommen, tritt die Wirkung nach etwa 20 bis 60 Minuten ein und hält in der Regel bis zu zwei Stunden an. Wer die Droge nasal konsumiert oder raucht, wird in der Regel schon nach wenigen Minuten in einen Rauschzustand versetzt, der bei extrem hohen Dosierungen sogar bis zu 48 Stunden anhalten kann.

PCP macht krank und abhängig

Nach der Einnahme entwickelt die Droge Nebenwirkungen, die je nach Dosierung und individuellem Gesundheitszustand des Konsumenten gefährliche Ausmaße annehmen können. In der Regel treten beim Konsum von Phencyclidin-Symptome wie Benommenheit, Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, Sprachstörungen, Speichelfluss, motorische Störungen wie Augenrollen und Gangstörungen sowie Paranoia und Halluzinationen auf.

Die Droge löst eine ähnliche Symptomatik aus wie sie auch von Patienten, die sich in einem akuten schizophrenen Schub befinden, bekannt sind. Dazu gehören jedoch nicht nur Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Ich-Störungen, die unter den Fachbegriff Positiv-Symptomatik zusammengefasst werden, sondern auch die Negativ-Symptome wie etwa Teilnahmslosigkeit, Denkstörungen oder Gefühlsverarmung.

Irreparable Nervenschäden durch PCP

Wird Phenylcyclohexylpiperidin über einen längeren Zeitraum regelmäßig konsumiert, kann das zu irreparablen Schädigungen des Nervensystems und zur Abhängigkeit führen. So ist der Konsument dieser Drogen PCP völlig ausgeliefert und nur ein Entzug mit professioneller Unterstützung kann das Blatt vielleicht noch wenden. Die Einnahme einer PCP Überdosis endet meist auch im Krankenhaus, wo dem Patienten in der Regel ein Neuroleptikum zur Minderung der Wahnvorstellungen und Aggressionen injiziert wird.

Anschließend wird er beispielsweise mithilfe eines Medikamentes aus der Gruppe der Benzodiazepine sediert und muss noch ein paar Tage zur Überwachung im Krankenhaus verbringen, da die Gefahr wiederkehrender Wahrnehmungsstörungen noch nicht ganz gebannt ist. Das Nervengift PCP, das direkt auf die Nervenzellen einwirkt, kann bei Überdosierung im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

PCP nachweisen mit einem Drogentest

Phencyclidine lassen sich auf verschiedene Arten nachweisen. Der PCP-Test kann in Form eines Schnelltests mithilfe eines entsprechenden Sets, das die dafür erforderlichen Utensilien beinhaltet, über den Urin erfolgen. Darüber hinaus lassen sich Drogen auch im Blut oder Speichel nachweisen. Dort reichert sich die konsumierte Substanz zwar schon wesentlich früher an als im Urin, ist aber auch nur wenige Stunden nachweisbar. Im Urin hingegen wird die Droge auch noch nach mehreren Tagen angezeigt.

Eine aufwendigere Nachweismethode für Drogen ist das sogenannte chromatografische Verfahren, das oftmals zur zusätzlichen Bestätigung nach einem positiven Schnelltest eingesetzt wird. Da die Drogen im Organismus des Konsumenten abgebaut werden, gelangen die Abbaustoffe in den Urin, wo sie mithilfe spezieller Reagenzien – das sind Stoffe, die zur Identifizierung einer Substanz verwendet werden – angezeigt werden.

So kann im Test PCP mithilfe der Marquis-Reagenz, die aus konzentrierter Schwefelsäure und Formaldehyd besteht, nachgewiesen werden. Reagiert PCP mit diesem Nachweisstoff, kommt es nämlich zu einer Rotfärbung.

Allerdings sagt das Ergebnis beim Drogentest PCP mithilfe der Reagenzien noch nichts über die Konzentration der Droge oder das Vorhandensein weiterer Inhaltsstoffe im Körper des Konsumenten aus. Die Zusammensetzung von Proben lässt sich erst über ein physikalisch-chemisches Trennverfahren, der sogenannten Dünnschichtchromatografie ermitteln.

PCP-abhängig – was tun?

Phencyclidin gehört wie Ketamin zu einer kleinen Gruppe bewusstseinsverändernder Narkosemittel, die bei regelmäßiger Einnahme in die psychische Abhängigkeit führen können. Diesem Teufelskreis entkommen die Betroffenen dann meist nur noch mit professioneller Hilfe. Erste Anlaufstellen für PCP-Abhängige gibt es in jeder Stadt etwa bei den Suchtberatungsstellen der Caritas oder anderer Organisationen. Dort erhält der Drogenabhängige wichtige Erstinformationen, Adressen von Selbsthilfegruppen und eine kostenlose Beratung.

Aber auch den Gang zum Arzt ihres Vertrauens sollten Betroffene nicht scheuen, denn auch dort erhalten sie Hilfe bei den ersten Schritten in ein drogenfreies Leben. Die Frage, ob eine ambulante PCP-Therapie ausreicht oder ein stationärer Aufenthalt in einer Suchtfachklinik sinnvoller ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da dies von der jeweiligen Situation der Betroffenen abhängt.

Sowohl bei ambulanten als auch stationären Behandlungen werden die Kosten in der Regel von der Sozialversicherung oder Sozialhilfe übernommen. Keinesfalls sollte der PCP-Entzug auf eigene Faust durchgeführt werden, denn die von der Droge verursachten Symptome sind während des Entzugs noch einmal verstärkt vorhanden.

Abhängige sind daher eine Gefahr für sich und andere Menschen, wenn sie in der Entzugsphase alleine gelassen werden. Auch wenn der Weg in ein drogenfreies Leben sicher nicht leicht ist, gibt es jede Menge Hilfsangebote für Betroffene.

PCP ist ein Arzneistoff, der ursprünglich als Narkosemittel in den U.S.A. entwickelt, in Deutschland aber aufgrund seiner stark halluzinogenen Nebenwirkungen und des hohen Abhängigkeitspotenzials aus dem Verkehr gezogen wurde. Dennoch wird Phencyclidin auf illegalem Wege als Droge gehandelt und konsumiert. Vermeiden Sie den Konsum dieser Droge, denn sie macht abhängig! Wenn Sie wissen möchten, ob sich Phencyclidine in ihrem Organismus befinden, können Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de einen PCP-Drogentest bestellen.

Quellen:
https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:150730/datastreams/FILE1/content, abgerufen am 30.11.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Phencyclidin, abgerufen am 30.11.2020
https://americanaddictioncenters.org/pcp-abuse/how-to-treat-overdose, abgerufen am 30.11.2020
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Bet%E4ubungsmittel?nid=60499, abgerufen am 30.11.2020
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK507865/, abgerufen am 30.11.2020