Oxycodon – Schmerzmittel mit Suchtpotenzial

Oxycodon ist aus der Schmerztherapie bekannt. Rund fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an chronischen Schmerzen. Oxycodonhaltige Schmerzmittel sind effektiv, haben jedoch starke Nebenwirkungen und machen schnell abhängig. Heimtest-Schnelltests.de informiert Sie hier über Wirkung und Risiken der Substanz.

Oxycodon Tabletten dienen als Schmerzmittel, werden aber auch als Droge konsumiert.

Wegen seiner berauschenden Wirkung wird das Schmerzmittel Oxycodon missbräuchlich als Droge konsumiert. – © designer491 – Fotolia.com

Oxycodon (englisch: Oxycodone) zählt zur Gruppe der Opioide (dem Opium ähnlich). Es handelt sich um eine chemisch nicht einheitliche Gruppe von Substanzen, die sich bezüglich ihrer dämpfenden, schmerzlindernden und beruhigenden Eigenschaften ähneln und deren Wirkung über spezifische Rezeptoren (Opioid-Rezeptoren) gesteuert wird.

Oxycodone können natürlich vorkommen oder synthetisch hergestellt werden. Seit mehr als 3000 Jahren ist die berauschende Wirkung des Saftes in der Mohnkapsel, der Frucht des Schlafmohns, als Opium bekannt. Darin sind 40 natürliche Alkaloide (Opiate) enthalten, zu denen als prominentester Vertreter das Morphin zählt.

Ein weiterer Bestandteil, das Thebain, wird als Ausgangsstoff für die Herstellung des Arzneistoffs genutzt. Thebain verdankt seine Entdeckung dem Chemiker und Pharmazeuten Pierre Joseph Pelletier (1833) und den Namen wahrscheinlich der altägyptischen Stadt Theben (heute Luxor), die im 18. bis 19. Jahrhundert wegen des Handels mit Opium zu Berühmtheit gelangte.

Was ist Oxycodon?

Oxycodon wird aus einem Wirkstoff des Schlafmohns synthetisch hergestellt.

Oxycodon wird durch chemische Modifikation aus einem Wirkstoff des Schlafmohns gewonnen. – © ollaweila – Fotolia.com

Oxycodon zählt zu den semi-synthetisch gewonnenen Wirkstoffen, da es aus dem im Schlafmohn (lateinisch: Papaver somniferum) vorkommenden Thebain nach einer chemischen Modifikation erhalten wird. Im Jahre 1916 glückte Freund und Speyer erstmalig die Synthese des Wirkstoffs, der wegen seiner Effekte rasch populär wurde.

Heroin der Reichen

Opioide dämpfen den Schmerz und können stark euphorisieren. Besonders der letztgenannten Eigenschaft und der Tatsache, dass es sich um ein vergleichsweise teures Mittel handelt, verdankt Oxycodon die Bezeichnung „Heroin der Reichen“.

Verschreibung nur mit Sonderrezept

Obwohl es auch Husten zu stillen vermag, wird der Arzneistoff medizinisch vorrangig als Analgetikum (Schmerzmittel) eingesetzt. In Deutschland wurde der Oxycodon dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterstellt und muss deshalb auf einem gesonderten Rezept verschrieben werden.

Bei Tramadol, das ebenfalls zur Gruppe der Opioide gehört, ist dies nicht der Fall. Grund dafür ist, dass seine analgetische Potenz wesentlich geringer ist als die anderer Vertreter dieser Gruppe. Neben Meptazinol, einem weiteren Opioidanalgetikum, ist es das einzige, das nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Bewährt hat sich Tramadol in der Schmerztherapie wegen seiner zusätzlichen angstlösenden und antidepressiven Eigenschaften.

Wie wirkt Oxycodon als Schmerzmittel?

Naloxon wird in Kombination mit Oxycodon angewendet, um die Nebenwirkungen von Oxycodon zu mindern.

Naloxon wird in Kombination mit Oxycodon angewendet, um die Nebenwirkungen des starken Schmerzmittels zu mindern. – © Intropin, Naloxone (1), CC BY 3.0

Der Gebrauch von Extrakten des Schlafmohns als Rausch- und Heilmittel wurde bereits vor Jahrtausenden beschrieben. Dennoch gelang es erst 1973, den Mechanismus für die Effekte von Morphin und seinen Abkömmlingen aufzuklären.

Wirkung im Gehirn

Wissenschaftler haben drei verschiedene Opioidrezeptoren identifiziert, über die sich im Gehirn die Wirkung dieser Substanzen entfaltet. Die Rezeptortypen erhielten ihre Namen nach den Stoffen, mit denen sie nachweislich in Wechselwirkung treten: Der µ (mü)-Rezeptor zeigt beispielsweise eine hohe Affinität zu Morphin. Dieser Rezeptor ist am häufigsten in den verschiedenen Arealen des Gehirns vertreten.

Über dieses Rezeptorsystem wird die Wirkung von Endorphinen gesteuert. Als körpereigene Stoffe helfen sie durch Schmerzlinderung und das Auslösen euphorischer Gefühle, bei Gefahren und Verletzungen das Überleben zu sichern.

Schmerzwahrnehmung wird gehemmt

Synthetische Opiate wie oxycodonhaltige oder fentanylhaltige Schmerzmittel wirken als Agonisten ebenfalls über diese Rezeptoren. Das heißt, sie vermitteln aktivierende Effekte, sobald sie diese besetzen. Dies führt ähnlich wie bei den Endorphinen zu einer herabgesetzten Schmerzwahrnehmung.

Empfehlungen der WHO

Nach dem WHO-Stufenschema soll Oxycodon nur bei sehr starken Schmerzen eingesetzt werden..

Das WHO-Stufenschema empfiehlt den Einsatz von Oxycodon nur bei sehr starken Schmerzen.

Um einen optimalen Einsatz von Schmerzmitteln sicherzustellen, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Empfehlungen für die Verwendung verschiedener Arzneimittel in der Schmerztherapie entwickelt. Dabei wird in dem WHO Stufenschema Schmerz und dessen Behandlung in drei Stufen unterteilt.

In der ersten Stufe kommen Nicht-Opioid-Analgetika, in der zweiten sogenannte niederpotente Opioid Analgetika neben den Nicht-Opioid-Analgetika und in der dritten Stufe hochpotente Opioid-Analgetika zum Einsatz. Auf diese Art soll schrittweise und bedarfsadaptiert Schmerzfreiheit erzielt werden.

Schmerzmittel mit Bedacht anwenden

Gleichzeitig soll verhindert werden, dass die Schmerzen von einer vorübergehenden zu einer dauerhaften Belastung werden und die Gefahren durch die Anwendung der Präparate zu einer unangemessenen Beeinträchtigung führen. Physiotherapeutische Maßnahmen und eine entsprechende Co-Medikation zur Einschränkung der Nebenwirkungen unterstützen das Konzept.

Als ein sehr stark wirkendes Schmerzmedikament wurde Oxycodon der Stufe drei nach dem WHO-Schema zugeordnet. Oxycodon 10 und Oxycodon 20 mg werden am häufigsten verschrieben, höhere Dosen vorrangig als Retard-Tabletten. Sie sorgen für eine verbesserte Verträglichkeit, da der Arzneistoff langsamer freigesetzt wird (lateinisch: retardare für aufhalten, verzögern).

Restless-Legs-Syndrom

Beim „Restless-Legs“-Syndrom (RLS), einer neurologischen Erkrankung mit Kribbeln in den Beinen, wird ein Präparat angewendet, das neben Oxycodon Naloxon enthält. Naloxon wirkt im Gegensatz zu Oxycodon nicht im Gehirn, sondern im Darm. Auf diese Weise werden Nebenwirkungen wie chronische Verstopfungen abgeschwächt.

Nebenwirkungen und Suchtpotenzial von Oxycodon

Die Oxycodon Nebenwirkungen sind vielschichtig und gravierend.

Die Nebenwirkungen von Oxycodon sind vielschichtig und gravierend. – © Albert Pschera

Für eine optimale Schmerzbehandlung wird die gewählte Dosis zweimal täglich im Zwölf-Stunden-Abstand eingenommen, um mit einem konstanten Wirkstoffspiegel den Schmerz zu unterdrücken.

Wirkung im ZNS

Die Reaktionen auf Oxycodon können sich bezüglich der Art und der Stärke der Nebenwirkungen von Patient zu Patient unterscheiden. Wegen seiner Effekte im Zentralen Nervensystem gelten einige besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Wahrnehmungsstörungen und eine herabgesetzte Ansprechbarkeit des Atemzentrums können insbesondere bei einer Überdosierung auftreten und je nach Ausmaß lebensbedrohlich sein.

Unkontrollierte Einnahme erhöht Suchtgefahr

Ähnlich wie bei anderen Opioiden besteht bei Oxycodon ebenfalls Suchtgefahr, wenn die Einnahme nicht kontrolliert erfolgt. Darüber hinaus zählen zu den typischen Nebenwirkungen häufig Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verstopfungen und Übelkeit. Stimmungsschwankungen, die sich als Angstattacken oder Schlaflosigkeit äußern können, müssen im Auge behalten werden, damit sich daraus keine Depression entwickelt.

Bezüglich der euphorischen Zustände, gepaart mit den schmerzdämpfenden Eigenschaften, zeigt die Wirkung des Stoffs Parallelen zu Ecstasy, das als Amphetamin im Zentralen Nervensystem für die Ausschüttung körpereigener Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin sorgt. Damit unterscheidet sich jedoch das Wirkprinzip von dem des Oxycodons.

Entzug nur unter Aufsicht

Die Medikation von Opioid-Schmerzmitteln darf nur unter ärztlicher Aufsicht verändert, beispielsweise reduziert werden. Beim Absetzen oder einer Dosisverringerung können Symptome auftreten, die einem Oxycodon-Entzug gleichen. Solche Anzeichen können Durchfall, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Kreislaufversagen sein. Nach einer längeren Therapie kann sich eine Toleranz ausbilden, sodass sich der gewünschte, Schmerz dämpfende Effekt abschwächt.

Kombinationen oder Ersetzen durch andere Präparate, die über die gleichen Rezeptoren agieren, bringen oft keine messbare Besserung. Darüber hinaus zeigen bezüglich der Nebenwirkungen Morphin und andere über Opioid-Rezeptoren wirksame Arzneimittel stärkere Effekte als Oxycodon.

Oxycodon nachweisen mit einem Schnelltest

Ein Oxycodon Test weist die Substanz in einer Urinprobe nach.

Mit einem Oxycodon-Test lässt sich die Substanz in einer Urinprobe nachweisen. – © BERLINSTOCK – Fotolia.com

Bei akuten Vergiftungen stellt sich die Frage nach der verursachenden Rauschsubstanz, die mithilfe eines Drogentests zu identifizieren ist.

Um eine Suchterkrankung zu erkennen oder die Entzugsbehandlung zu begleiten, kann es erforderlich sein, in einem Drogentest Oxycodon (OXY) nachzuweisen.

Stoffwechselprodukte im Urin

Nach der Einnahme von Oxycodon verteilt sich die Substanz im Körper und wird mithilfe der Leberenzyme abgebaut. Die entstehenden Metaboliten verlassen den Körper über die Niere und können im Harn nachgewiesen werden. Die Verweildauer im Körper beträgt etwa die Hälfte von der des Morphins. Oxymorphon und Noroxycodon stellen Zwischenprodukte dar, die mittels Oxycodontest erfasst werden können.

Schnelltest für zu Hause

Als Methode eignet sich dafür ein Harnstreifentest. Für Privatanwender geeignete Oxycodon-Schnelltests können Sie bequem online bestellen und selbst zu Hause durchführen. Ein positiver Oxycodon-Test bedeutet, dass Oxycodon oder ein Abbauprodukt im Urin oberhalb eines Schwellenwertes (Cut-off) enthalten ist. Je nach Fragestellung sind diese Teste für unterschiedliche Cut-Offs ausgelegt.

Spezifische Drogentests

Bei einem Drogenscreening reagieren die verwendeten Tests spezifisch auf Oxycodon und können andere Opiate (zum Beispiel Morphin) oder Rauschsubstanzen abgrenzen. Bei juristisch relevanten Problemen und positiven Testergebnissen sollte sich in jedem Fall ein weiterer Test mit einer sogenannten Referenzmethode in einem Speziallabor anschließen.

Als halbsynthetisches Opioid wird Oxycodon bei der Behandlung von starken Schmerzen eingesetzt. Die Anwendung erfolgt in Form von wirkungsverlängernden Retard-Tabletten. Als Schmerzmittel zeigt der Wirkstoff einen größeren Effekt als Morphin. Wegen seines Suchtpotenzials unterliegt seine Verschreibung dem Betäubungsmittelgesetz. Wenn Sie wissen möchten, ob der Konsum von Oxycodon in Ihrem Körper nachweisbar ist, können Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de diskret online einen Oxycodon-Test bestellen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Oxycodon, abgerufen am 30.11.2020
https://www.who.int/cancer/palliative/painladder/en/, abgerufen am 30.11.2020
https://compendium.ch/mpro/mnr/28878/html/de, abgerufen am 30.11.2020
https://en.wikipedia.org/wiki/Naloxone, abgerufen am 30.11.2020
https://www.aerzteblatt.de/archiv/39123/Oxycodon-Zur-Verunsicherung-beigetragen, abgerufen am 30.11.2020
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/article/853251/statt-dopaminergika-oxycodon-lindert-schweres-restless-legs-syndrom.html, abgerufen am 30.11.2020