Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?

Ein Vaterschaftstest ist eine Untersuchung, die zum Ziel hat, ein Verwandtschaftsverhältnis zu klären. Der Test stellt fest, ob der Vater eines Kindes auch der genetische Vater ist. Wie ein Gentest zur Feststellung der Vaterschaft funktioniert und wo Sie Vaterschaftstests durchführen lassen können, erfahren Sie hier auf Heimtest-Schnelltests.de!

Bei einem Ein Vaterschaftstest werden die genetischen Profile von Vater und Kind verglichen.

Bei einem Vaterschaftstest werden die genetischen Profile von Vater und Kind verglichen, um Übereinstimmungen beim Erbgut festzustellen. – © Eisenhans – Fotolia.com

Übersicht

Der Wunsch, einen Vaterschaftstest durchzuführen, geht meist vom Vater aus. Anders als die Mutter, die in der Regel weiß, von wem sie schwanger ist, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist.

Ein Mann, der sich nicht sicher ist, ob er auch tatsächlich der Vater seines Kindes ist oder ob ihm Kuckuckskinder untergeschoben wurden, hat durch den Test die Möglichkeit, Gewissheit über seine Vaterschaft zu erhalten.

Der Gentest kann für ihn die Grundlage für eine Vaterschaftsanfechtung bilden. Aber auch in dem Fall, dass ein Vater seine Rechte gegenüber seinem Kind und der Mutter wahrnehmen möchte, kann ein Vaterschaftstest helfen, eine Vaterschaftsanerkennung zu bekommen. Aus diesen und anderen Gründen werden in Deutschland jährlich Tausende von Vaterschaftstests durchgeführt.

Was ist ein Vaterschaftstest?

Bei einem Vaterschaftstest handelt es sich um einen Gentest, denn das Untersuchungsmaterial für Vaterschaftstests ist die menschliche DNA. Diese enthält bestimmte Erbmerkmale, die ein Verwandtschaftsverhältnis identifizieren können.

DNA enthält alle Informationen

Einige erbliche Merkmale können zwar auch auf andere Weise festgestellt werden, beispielsweise wird die Blutgruppe eines Menschen durch einen Blutgruppentest ermittelt. Doch nur die DNA enthält alle Informationen, die für eine eindeutige Feststellung einer Vaterschaft erforderlich sind.

Alle Körpergewebe können getestet werden

DNA kann aus Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Blut, gewonnen werden, aus Haaren oder anderen Körpermaterialien. Die DNA eines Menschen ist auch an Gegenständen nachweisbar, die dieser Mensch benutzt hat, beispielsweise an Zahnbürsten oder Taschentüchern.

Abstammungsgutachten auf DNA-Basis

Auf der Basis dieses DNA-Materials wird in einem dafür ausgerüsteten Labor eine DNA-Analyse durchgeführt, deren Ergebnis für ein Abstammungsgutachten zur Verfügung gestellt wird.

Wie wird ein Vaterschaftstest durchgeführt?

Für die Durchführung des Vaterschaftstests entnehmen Sie die Proben entsprechend der Packungsbeilage. Das Material schicken Sie in der mitgelieferten Verpackung an das Labor.

DNA wird extrahiert

Im Labor muss die DNA zunächst von dem Trägermaterial getrennt und bereinigt werden. Dazu stehen dem Speziallabor entsprechende physikalische und chemische Methoden zur Verfügung.

Genetischer Fingerabdruck

Für eine sichere und korrekte Vaterschaftsfeststellung ist es wichtig, dass die DNA in hoher Qualität und auch in ausreichender Menge vorliegt. Nur dann kann die Erbsubstanz vervielfältigt werden, um das Verfahren der PCR anzuwenden. Die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR), ist eine molekularbiologische Methode, mit der ein genetischer Fingerabdruck erstellt werden kann.

Genorte für Erbmerkmale

Dazu werden mindestens 15 sogenannte Genorte untersucht, die bestimmte Erbmerkmale enthalten. Die Anzahl der zu untersuchenden Marker bestimmt eine Richtlinie der Gendiagnostik-Kommission GEKO.

Eindeutiges Ergebnis

Aus den Untersuchungsergebnissen wird das DNA-Profil erstellt, das den Träger des Erbgutes eindeutig identifiziert. Die Vaterschaft kann dann eindeutig festgestellt werden. Das Ergebnis wird Ihnen diskret und zeitnah übermittelt.

Wie zuverlässig ist ein Vaterschaftstest?

Die Feststellung und Anerkennung der Vaterschaft ist ein wichtiges und folgenreiches Ereignis für alle Beteiligten. Deshalb gelten für Vaterschaftstests schon gesetzlich weit höhere Anforderungen an die Qualitätssicherung als beispielsweise für einen Spermatest. Ein Abstammungsgutachten muss absolut zuverlässig und sicher sein.

Vergleich von DNA-Markern

Um dies zu gewährleisten, muss eine Mindestanzahl von Genorten untersucht und verglichen werden. Denn je mehr Informationen über die Testpersonen verfügbar sind, desto sicherer ist die Aussage des Tests. Die Sicherheit des Vaterschaftstests steigt, wenn außer dem DNA-Profil des Vaters und des Kindes auch das Erbgut der Mutter untersucht wird.

Gutachten durch Sachverständigen

Ob die Übereinstimmung der untersuchten DNA-Marker auf der biologischen Elternschaft oder auf einer zufälligen Mutation beruht, muss durch einen Sachverständigen festgestellt werden.

Allgemein anerkannt ist, dass bei einer Nichtübereinstimmung von mindestens drei Markern eine Vaterschaft ausgeschlossen werden kann.

Übereinstimmung von 12 bis 15 Markern

Als Basis für diese Aussage gilt die Auswertung von 15 Markern. Stimmen 12 bis 15 Marker überein, gilt dagegen die Vaterschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 99,9 % als erwiesen. Deutsche und österreichische Gerichte werden dann die Vaterschaft anerkennen und mit dem Prädikat „Vaterschaft praktisch erwiesen“ anerkennen.

Ist ein Vaterschaftstest rechtlich zulässig?

Grundsätzlich darf jeder Betroffene in Deutschland einen Vaterschaftstest durchführen lassen. Dieses im Jahr 2008 in Kraft getretene, nach BGB geregelte Recht gilt für Kinder, Mütter und Väter gleichermaßen. Auch die Wahl des Labors oder des Anbieters für einen Vaterschafts-Schnelltest ist frei. Verweigert einer der Beteiligten seine Zustimmung, kann diese gerichtlich erzwungen werden.

In allen anderen Fällen ist die Durchführung eines Abstammungsgutachtens illegal und kann nach § 26 des Gendiagnostikgesetzes mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro belegt werden.

Vorgeburtliche Vaterschaftstests weiter verboten

Vor Inkrafttreten des Gesetzes waren Abstammungsgutachten gegen den Willen eines Betroffenen umstritten. Das Recht auf Information des Vaters stand gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Verweigerte einer der Beteiligten sein Einverständnis, durfte kein Vaterschaftstest durchgeführt werden.

Pränatale Untersuchungen, also Vaterschaftstests, die vor der Geburt durchgeführt werden, sind in Deutschland nach wie vor nur nach Straftaten zulässig.

Akkreditierungspflicht für Labore

Auch für die Labore gelten strenge Regeln für die Durchführung von Vaterschaftstests, weil die Erstellung eines DNA-Profils eines Menschen ein Eingriff in dessen Persönlichkeitsrecht ist. Deshalb dürfen gemäß dem Gendiagnostikgesetz nur entsprechend qualifizierte Abstammungsgutachter Gentests durchführen.

Hohe Qualitätsstandards

Beratung, Aufklärung und Dokumentation sind vorgeschrieben. Seit 2011 müssen die Labore nach ISO 17025 akkreditiert sein und Mindeststandards zur Qualitätssicherung erfüllen

Anbieter von Vaterschaftstests, die ohne Einwilligungserklärung der Beteiligten den Test durchführen, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Was kostet ein Vaterschaftstest?

Ein im Rahmen eines Gerichtsprozesses durchgeführter Vaterschaftstest kostet ungefähr 1.000 Euro. Was ein DNA-Test kosten darf, legt das Gericht fest, welches die Obergrenzen für die Kosten des Abstammungsgutachtens bestimmt.

Heimtest erheblich preiswerter

Erheblich preiswerter ist es, den Vaterschaftstest selbst zu Hause durchzuführen und die Proben ins Labor einzuschicken. Zwar entstehen durch das aufwendige molekularbiologische Untersuchungsverfahren auch bei einem solchen Gentest Kosten, doch die halten sich gegenüber einem Gerichtsprozess in Grenzen.

Ein Vaterschaftstest weist die Abstammung auf Basis einer DNA-Analyse nach. Abstammungsanalysen können gerichtlich angeordnet werden, aber auch freiwillig erfolgen, wenn die Beteiligten einwilligen. Die Gewinnung einer Speichelprobe für den Test können Sie selbst zu Hause durchführen. Vaterschafts-Schnelltests, die für Heimanwender geeignet sind, gibt es online schon ab ca. 200 Euro zu kaufen. Hier auf Heimtest-Schnelltests.de können Sie zuverlässige und günstige Vaterschaftstests diskret online bestellen!

Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/108960/FDP-strebt-Legalisierung-von-Vaterschaftstests-vor-Geburt-an, abgerufen am 31.03.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Vaterschaftstest, abgerufen am 31.03.2020
https://www.aerzteblatt.de/archiv/60204/Abstammungsbegutachtung-Hochwertige-Analyse-nicht-zum-Dumpingpreis, abgerufen am 31.03.202
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/968120/recht-kuckuckskind-heimlicher-dna-test-rechtswidrig.html, abgerufen am 31.03.202
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/GendiagnostikKommission/Richtlinien/RL_Qualifikation_Abstammungsbegutachtung.pdf, abgerufen am 31.03.2020