Bluthochdruck erkennen und senken

Die Folgeschäden von Bluthochdruck belegen weltweit Platz drei unter den häufigsten Todesursachen. Die Krankheit selbst ist insbesondere in den hoch entwickelten Industrieländern zur Volkskrankheit geworden. Die Bedeutung der Hypertonie, ihre Ursachen und Symptome sowie Möglichkeiten der Vorbeugung und Therapie sind deshalb Gegenstand dieses Beitrags auf Heimtest-Schnelltests.de.

Durch eine Verengung der Arterien entsteht Bluthochdruck.

Bluthochdruck entsteht durch eine Verengung der Arterien (Arteriosklerose). – © Double Brain – Fotolia.com, Übersetzung: Rosali Ziller

Übersicht

Jeder dritte Deutsche ist von Bluthochdruck betroffen. Damit zählt Hypertonie zu den bedeutendsten Volkskrankheiten hierzulande. Zahlreiche Folge- und Begleiterkrankungen werden durch zu hohen Blutdruck begünstigt oder sogar verursacht. Rechtzeitig erkannt, ist die Erkrankung jedoch gut behandelbar. Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig den eigenen Blutdruck zu kontrollieren.

Was ist der Blutdruck?
Der Blutdruck, von Medizinern auch Gefäßdruck genannt, bezeichnet die Kraft, mit der das Blut auf die Wände des Blutgefäßes drückt. Gemessen wird dieser Druck in den großen Arterien. Angegeben wird der Blutdruck in mm in der Quecksilbersäule, kurz mm Hg. Diese Maßeinheit für den Blutdruck ist in der EU gesetzlich vorgeschrieben. Um den arteriellen Blutdruck zu messen, werden zwei Werte ermittelt, der systolische und der diastolische Druck.

Systolischer Blutdruck

Der systolische (griechisches Wort für „zusammenziehen“) Wert des Blutdrucks, auch oberer Wert genannt, misst den Druck in dem Moment, wo sich der Herzmuskel zusammenzieht.

Diastolischer Blutdruck

Der diastolische (griechisches Wort für „ausdehnen“) arterielle Druck wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel wieder entspannt. Ist der diastolische Wert erhöht, deutet dies auf eine mögliche Arterienverkalkung (Arteriosklerose) hin. Die Gefäße verengen sich, sodass der Druck auch in der Entspannungsphase steigt.

Was ist Bluthochdruck?

Blutdrucktabelle der WHO

Die Blutdrucktabelle der WHO zeigt, wann Bluthochdruck vorliegt. – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bluthochdruck#Klassifikationen

Bluthochdruck wird in der Fachsprache als arterielle Hypertonie oder kurz Hypertonie bezeichnet. Das Wort „hyper“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „über“.

Es handelt sich also um einen „Über“-Druck des Blutes in den Blutgefäßen. Die Hypertension oder der Hypertonus, welches weitere Bezeichnungen für Bluthochdruck sind, benennt ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck in den Arterien dauerhaft zu hoch ist.

Welche Werte sind zu hoch?

Was genau zu hoch ist, bemisst sich dabei nach den Normen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Danach gelten alle Werte oberhalb von 140 mm Hg beim systolischen Blutdruck und oberhalb von 90 mm Hg beim diastolischen Blutdruck als hypertonisch. Die Messwerte werden meist in den Schreibweisen 140/90 mmHg oder 140:90 angegeben.

Nur dauerhaft (chronisch) erhöhte Werte begründen die Diagnose Bluthochdruck. Vorübergehende Schwankungen sind hingegen normal, und auch über mehrere Monate anhaltende erhöhte Blutdruckwerte, beispielsweise während einer Schwangerschaft, sind unbedenklich.

Formen der arteriellen Hypertonie

Beim Bluthochdruck werden zwei Formen unterschieden, die primäre Hypertonie, welche nicht als Folge einer anderen Erkrankung auftritt, und die sekundäre Hypertonie, die sich aufgrund einer Vorerkrankung entwickelt.

Primäre Hypertonie

Die primäre oder essenzielle Hypertonie ist die häufigste Form des Bluthochdrucks, denn in bis zu 95 % aller Fälle ist der Bluthochdruck nicht auf eine Vorerkrankung oder andere eindeutig bestimmbare körperliche Faktoren zurückzuführen. Die oben genannten Risikofaktoren, häufig psychosomatische oder durch den Lebensstil bedingte Einflüsse, führen in ihrer Summe zu der Erkrankung.

Sekundäre Hypertonie

Die sekundäre oder maligene Hypertonie ist eine seltene Form des Bluthochdrucks, die eindeutig auf eine Vorerkrankung zurückzuführen ist. Häufig handelt es sich um Diabetes, Nierenerkrankungen, Bindegewebsschäden, Hormonstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Bluthochdruck – Ursachen

Bluthochdruck kann durch Arteriosklerose entstehen.

Arteriosklerose kann zu Bluthochdruck führen. Verengen sich die Gefäße, steigt der Blutdruck. – © blueringmedia – Fotolia.com

Die Ursachen und Risikofaktoren für Hypertonie sind inzwischen recht gut erforscht und bilden ein breites Spektrum.

Nicht nur rein körperliche Faktoren wie Übergewicht oder Diabetes begünstigen die Entstehung von Bluthochdruck, sondern auch weniger greifbare Einflüsse wie Stress und Lebensstil können nicht nur zu einem Burn-out führen, sondern auch eine Erkrankung an Hypotonie begünstigen.

Bluthochdruck – Ursachen

  • zu hoher Konsum von Kochsalz
  • zu hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Übergewicht, insbesondere Bauchfett
  • Bewegungsmangel
  • Stress, insbesondere Dauerstress
  • Hormonstörungen
  • genetische Veranlagung

Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren sind komplex. So kann beispielsweise Dauerstress den Sympathikusnerv zu verstärkter Aktivität anregen, was zu einer dauerhaften Erhöhung der Herzfrequenz führen kann. Der Körper schaltet dann in eine Art „Verteidigungsmodus“, bei dem Herzfrequenz und Blutdruck erhöht sind.

Gleichzeitig werden bestimmte Hormone und Enzyme vermehrt produziert und ausgeschüttet. Insbesondere Adrenalin, Renin und Aldosteron – letzteres wird von der Nebennierenrinde produziert.

Als Folge dieser Prozesse kann nun der Salz-Wasserhaushalt des Organismus aus dem Gleichgewicht kommen, was wiederum zu einer Erhöhung der Gefäßspannung beitragen kann. Das Zusammenwirken der verschiedenen Einflussfaktoren kann schließlich zu einer dauerhaften und schädlichen Erhöhung des Blutdrucks führen.

Bluthochdruck – Symptome und Verlauf

Wie einige andere gefährliche Krankheiten, beispielsweise Leberzirrhose, entwickelt sich auch die Hypertonie oft schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg und bleibt lange unentdeckt und damit unbehandelt. Die meist unspezifischen Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit können ebenso bei vielen anderen Erkrankungen auftreten oder sogar Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Ebenfalls häufig auftretende Bluthochdruck-Symptome sind Sehstörungen, Durstgefühl und Neigung zu Schweißausbrüchen, sämtlich ebenfalls anzutreffen bei Diabetikern.

Weil der Verlauf einer arteriellen Hypertonie nicht zwingend mit eindeutig erkennbaren Symptomen einhergeht, ist die Gefahr unerkannter Organschädigungen, insbesondere der Niere, sehr groß. Im Zweifelsfall kann ein Nierentest Gewissheit geben, ob eine Niereninsuffizienz vorliegt.

Bluthochdruck – Folgen

Bluthochdruck wirkt sich auf verschiedene Organe aus.

Bluthochdruck kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. – © Albert Pschera

Die Folgen zu hohen Blutdrucks können tödlich sein und sind es auch häufig. Organschäden an Herz, Gehirn und Niere können zum völligen Versagen dieser lebenswichtigen Organe führen, wenn die Hypertonie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen infolge einer akuten hypertensiven Krise (lebensbedrohlicher Zustand aufgrund von Bluthochdruck) sind nicht selten! Wer das Glück hat, sofort blutdrucksenkende Medikamente und eine fachgerechte medizinische Notfallversorgung zu erhalten, kann mit dem Leben davonkommen.

Dennoch können irreparable Schäden zurückbleiben, beispielsweise Lähmungen nach einem Schlaganfall, die für die Betroffenen eine dauerhafte Minderung der Lebensqualität bedeuten.

Bluthochdruck – Diagnose

Bluthochdruck können Sie mit einem Blutdruckmessgerät selbst erkennen!

Mit einem Blutdruckmessgerät können Sie Bluthochdruck selbst erkennen! – © Albert Pschera

Das wichtigste Instrument, um Bluthochdruck zu erkennen, ist das Blutdruckmessgerät. Kommen weitere Parameter hinzu, die auf eine Bluthochdruckerkrankung hinweisen, kann der Arzt eine entsprechende Diagnose stellen und Therapiemöglichkeiten vorschlagen.

Wer an hohem Blutdruck leidet, muss jedoch nicht jedes Mal zum Arzt gehen, um dort den Blutdruck messen zu lassen. Es gibt auch preiswerte und zuverlässige Blutdruckmessgeräte für die Selbstanwendung zu Hause, die Sie bequem online bestellen können. Mit dem eigenen Blutdruckmessgerät kann man selbst den Blutdruck messen und Bluthochdruck erkennen.

In einer Blutdrucktabelle können Sie dann die gemessenen Blutdruckwerte mit den Normwerten vergleichen und feststellen, ob ein Verdacht auf Hypertonie besteht. Sollte die Blutdruckmessung mehrmals hintereinander zu hohe Werte ergeben, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Bluthochdruck – Therapie

Zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck werden Blutdrucksenker eingesetzt.

Blutdrucksenker sind die Standardtherapie, wenn Bluthochdruck medikamentös behandelt werden muss. – © Albert Pschera

Ein arterieller Hypertonus muss nicht zwingend medikamentös behandelt werden. Oft lässt sich durch Veränderung der Lebensgewohnheiten der Blutdruck dauerhaft senken. Die wichtigsten Maßnahmen zur wirksamen Vorbeugung und Behandlung durch eine gesündere Lebensweise finden Sie hier im Abschnitt Bluthochdruck vorbeugen.

Sollte jedoch eine Behandlung mit Medikamenten erforderlich sein, gibt es erprobte Wirkstoffe. Gängige Blutdrucksenker enthalten meist Betablocker, ACE-Hemmer, Diuretika oder Kalzium-Antagonisten. Die Wirkung der blutdrucksenkenden Medikamente zielt entweder darauf ab, dass das Herz das Blut mit vermindertem Druck in die Gefäße pumpt, bestimmte blutdrucksteigernde Hormone vermindert gebildet werden oder durch vermehrte Flüssigkeitsausscheidung der Druck in den Gefäßen gemindert wird.

Auch gefäßerweiternde Medikamente werden gegen Hypertonie verordnet. Ob ein Einzelpräparat oder eine Kombination verschiedener Medikamente sinnvoll ist, kann ein Kardiologe oder Internist am besten einschätzen. Wenn Sie wenig Zeit haben, können Sie auch einen Online-Arzt nutzen. Dort bekommen Sie nach einer einmaligen Beratung Ihre Folgerezepte für Bluthochdruck online.*

Bluthochdruck vorbeugen: 7 „Goldene Regeln“

Gesunde Ernährung hilft, Bluthochdruck vorzubeugen.

Die beste Vorbeugung gegen Bluthochdruck ist ein gesunder Lebensstil! – © Albert Pschera

Eine Garantie dafür, nicht an arterieller Hypertonie zu erkranken, gibt es nicht. Aber Sie können viel selbst dazu beitragen, Ihr persönliches Risiko für eine Bluthochdruck Erkrankung zu minimieren, wenn Sie folgende Regeln beachten:

1. Übergewicht vermeiden

Vermeiden Sie überschüssige Fettpolster, insbesondere Bauchfett. Die sogenannten „Rettungsringe“ sind in Wirklichkeit eine Gefahr für Ihre Gesundheit. Bluthochdruck und zu viel Körperfett sind zwei von vier Risikofaktoren für ein metabolisches Syndrom. Mit jedem Zentimeter Fettpolster mehr auf der Taille steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Wie Sie Ihr Körperfett richtig messen, erfahren Sie hier.

2. Sparsam salzen

Zu viel Speisesalz (Natriumchlorid) begünstigt nachweislich die Entstehung von zu hohem Blutdruck. Konsumieren Sie nicht mehr als 6 Gramm Kochsalz pro Tag. Achten Sie beim Einkauf von Lebensmitteln auf verstecktes Salz in Wurst, Käse und Brot. Auch einige Mineralwasser-Sorten enthalten viel (vermeidbares) Salz.

3. Alkohol in Maßen genießen

Gegen geringe Mengen Alkohol, beispielsweise ein Glas Wein am Wochenende, ist nichts einzuwenden. Trinken Sie aber nicht täglich und nicht zu viel Alkohol, denn das Genussgift schädigt die lebenswichtigen Organe und erhöht den Blutdruck!

4. Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene, fettarme und vitaminreiche Ernährung schützt vor den meisten Zivilisationskrankheiten. Risikofaktoren wie zu hohes Cholesterin oder die Entstehung einer Zuckerkrankheit lassen sich durch gesunde und vollwertige Kost wirksam reduzieren.

5. Rauchen Sie nicht!

Das will kein Raucher hören, doch dieses Laster ist einer der Haupt-Risikofaktoren für zahlreiche schwere Krankheiten, nicht nur Bluthochdruck, begünstigt Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen. Wenn Sie gar nicht ohne Glimmstängel leben wollen oder können, versuchen Sie wenigstens, auf E-Zigaretten umzusteigen!*

6. Regelmäßige Bewegung

Bewegungsmangel ist nicht nur ein Risikofaktor für arterielle Hypertonie, sondern begünstigt auch die Entwicklung von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkproblemen und zahlreichen anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Tun sie etwas, das Ihnen Spaß macht, und übertreiben Sie es nicht. Täglich zehn Minuten intensiver körperlicher Aktivität bringen mehr als einmal pro Woche zwei Stunden Sport.

7. Stress vermeiden

Der Einfluss psychischer Faktoren auf das körperliche Wohlbefinden wurde lange unterschätzt. Inzwischen ist jedoch chronischer Stress als wichtiger Risikofaktor für zahlreiche, auch schwere Erkrankungen bekannt. Das vegetative Nervensystem reagiert empfindlich auf mentale Belastungen und treibt den Blutkreislauf zu Höchstleistungen an. Entspannen Sie sich regelmäßig und ganz bewusst, um Schlafstörungen, Bluthochdruck oder Burn-out zu vermeiden.

Bluthochdruck ist eine häufige und gefährliche Erkrankung, die ernsthafte Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems nach sich ziehen kann. Rechtzeitig erkannt, ist Hypertonie gut behandelbar. Um Bluthochdruck zu erkennen und um Ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, können Sie ein Blutdruckmessgerät nutzen. Empfehlenswerte Blutdruckmessgeräte haben wir hier auf Heimtest-Schnelltests.de für Sie zusammengestellt.

Quellen:
https://www.gesundheitsinformation.de/bluthochdruck-hypertonie.2083.de.html, abgerufen am 20.01.2020
https://leitlinien.dgk.org/files/2019_Pocket_Leitlinie_Hypertonie_Version2018.pdf, abgerufen am 20.01.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Hypertonie, abgerufen am 20.01.2020
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Blutdruck, abgerufen am 20.01.2020
https://www.endokrinologie.net/krankheiten-endokrine-hypertonie.php, abgerufen am 20.01.2020
https://www.kardiologie.org/hypertonie/dgk-jahrestagung-2019/neue-hypertonie-leitlinien–wie-patienten-mit-bluthochdruck-heut/16683764, abgerufen am 20.01.2020
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf?__blob=publicationFile, abgerufen am 20.01.2020