Gutes Cholesterin, schlechtes Cholesterin – was ist dran?

In den Ernährungswissenschaften spielt die Frage nach dem Cholesterin eine große Rolle. Was darf oder soll man essen, um seinen Cholesterinspiegel nicht allzu sehr ansteigen zu lassen? Was ist dran am guten und am schlechten Cholesterin? Erfahren Sie auf Heimtest-Schnelltests.de, wie Sie Ihre Cholesterinwerte ermitteln können und was wirklich gesund ist.

Cholesterin in Reinform ist ein weißes Pulver.

Cholesterin in Reinform ist ein weißes Pulver. – © Rosali Ziller

Das Thema Cholesterin, bzw. Cholesterinspiegel senken geistert mit schöner Regelmäßigkeit sowohl durch die medizinische Fachpresse als auch durch populärwissenschaftliche Abhandlungen. Selbst in Frauenmagazinen und in der Werbung für Lebensmittel spielt der Begriff immer wieder eine Rolle. Aber was ist Cholesterin (Chol) eigentlich und ist es wirklich schädlich?

Cholesterin, manchmal auch unter dem englischen Begriff Cholesterol zu finden, ist ein lebenswichtiger Naturstoff, der in tierischen und auch in menschlichen Zellen vorkommt. Das im menschlichen Körper befindliche Cholesterin (etwa 140 g bei einem Erwachsenen) befindet sich fast ausschließlich innerhalb der Zellen und Zellmembranen. Gebildet wird es vor allem in der Leber und der Darmschleimhaut.

Nur etwa 10 – 25 % des gesamten Cholesterins werden über die Nahrung aufgenommen, den größten Teil erzeugt der Körper selbst.

Seinen Namen verdankt das Steroid dem Ort seiner Entdeckung. Es wurde nämlich bereits im 18. Jahrhundert in Gallensteinen gefunden. Deshalb benannte man es nach den griechischen Begriffen für Galle und fest (chole und stéreos).

Wozu ist Cholesterin gut?

Auch wenn die Substanz allgemein einen schlechten Ruf hat – Cholesterin erfüllt wichtige Funktionen in unserem Organismus. Gemeinsam mit Proteinen ist es unverzichtbar für die Stabilität der Plasmamembranen des Blutes. Auch für den Transport von Botenstoffen in und aus der Zellmembran wird es benötigt. Ebenso wird der Stoff als Vorstufe für die Bildung von Hormonen sowie Vitamin D benötigt.

Der größte Verbraucher von Cholesterin im menschlichen Körper ist das Gehirn. Ein Viertel des im Organismus vorhandenen Cholesterins wird in diesem Organ erzeugt und verarbeitet. Weitere Organe mit hohem Cholesterinbedarf sind hormonproduzierende Organe wie Nebennierenrinde und Hoden bzw. Eierstöcke.

Wie ermittle ich meinen Cholesterinspiegel?

Cholesterinspiegel messen mit dem Cholesterin Test

Mit einem Cholesterin Test können Sie Ihren Cholesterinspiegel messen. Hier finden Sie eine Auswahl guter Cholesterintests und Messgeräte.

Die Mediziner sind ich immer noch uneins, ein erhöhter Cholesterinwert schädlich ist. Es gibt sowohl Studien, die eine Gefahr für die Gesundheit sehen, als auch Untersuchungen, die einem erhöhten Cholesterinspiegel weniger Gefahren beimessen.

Diese widersprüchlichen Studien machen den Umgang mit Cholesterin oftmals schwierig.

Nachgewiesen ist jedoch, dass zu hohe Cholesterinwerte die Funktionsfähigkeit der Blutgefäße beeinträchtigen können, weil sich eine so genannte Plaque an den Gefäßwänden ablagert, wodurch sich die Blutgefäße verengen. Der Blutdruck erhöht sich in der Folge, was weitere Herz-Kreislauf-Probleme mit sich bringen kann.

Welche Cholesterinwerte sind normal?

Für gesunde Menschen ohne weitere Risikofaktoren gibt die Deutsche Herzstiftung einen Gesamtcholesterinwert von 200 mg/dl als normal an.

Kommen aufgrund einer ungesunden Lebensweise Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Rauchen hinzu, sollte der Cholesterinspiegel unter dem genannten Grenzwert von 200 mg/dl liegen.

Wer an Vorerkrankungen wie Herzerkrankungen, Gefäßleiden oder Diabetes leidet, sollte darauf achten, den Cholesterinwert dauerhaft unter 150 mg/dl zu halten. In diesen Fällen ist es außerdem wichtig, das LDL-Cholesterin auf unter 70 mg/dl zu senken.

Grundsätzlich sollten die Werte aber im Normbereich bleiben. Um diese Werte zu ermitteln, sollte ein Cholesterin Test durchgeführt werden.

Messgerät oder Schnelltest?

Dies kann problemlos mit einem Cholesterin Messgerät geschehen oder auch mit einem Cholesterin Schnelltest mittels Teststreifen. Solche Geräte gibt es mittlerweile auch für den Heimbereich, es ist also nicht für jede Messung ein Gang zum Arzt nötig.

Ermittelt wird bei diesem einfach durchzuführenden Bluttest nicht nur der Gesamtcholesterinwert, sondern auch die HDL (High Density Lipoprotein), LDL (Low Density Lipoprotein) und die Triglyceride-Werte sowie das Cholesterin-Verhältnis. Eine Cholesterinwerte-Tabelle zeigt die Grenzwerte auf und hilft, die gewonnenen Ergebnisse einzuordnen.

Da die Werte jedoch starken Schwankungen unterliegen, sollte der Test über einen längeren Zeitraum regelmäßig durchgeführt werden. Wer regelmäßig seinen Cholesterinspiegel messen möchte, ist mit einem Cholesterinmessgerät besser beraten als mit einem Einmalteststreifen. Die Geräte amortisieren sich über die längere Nutzungsdauer.

LDL-Cholesterin und HDL Cholesterin

LDL und HDL sind Lipoproteine, die zum Transport von Cholesterin, Triglyceriden, Cholesterinestern und Fettsäuren im Blutplasma dienen. Da diese Stoffe wasserunlöslich sind, docken sie zum Transport an die Lipoproteine an. Die unterschiedliche Bezeichnung zeigt den Lipidanteil der Proteine bzw. ihre Dichte an. Dabei gilt ein großer Lipid-Anteil wie im LDL grundsätzlich als ungesünder als der geringere Anteil im HDL.

So spricht man im Zusammenhang mit HDL vom “guten Cholesterin“ und bei LDL von “schlechtem Cholesterin“, das an den Gefäßwänden haften bleiben kann und so zu Arterienverstopfung führen kann. HDL hingegen sammelt überschüssiges LDL wieder ein und transportiert es zur Weiterverarbeitung zur Leber zurück.

Welche Folgen kann eine dauerhafte Cholesterinerhöhung haben?

Zu hohes Cholesterin kann Arteriosklerose verursachen.

Zu hohes Cholesterin kann Arteriosklerose verursachen und die Gefahr für einen Herzinfarkt erhöhen. – © blueringmedia – Fotolia.com

Ist der Cholesterinwert dauerhaft zu hoch, kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gallensteinen kommen. Ist das Cholesterin zu hoch und leidet der Betroffene zusätzlich noch an Bluthochdruck, können die Gefäßwände nachhaltig geschädigt werden.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann helfen das Cholesterin zu senken, aber auch anderen Krankheiten, wie Diabetes vorbeugen.

Eine zu fetthaltige Ernährungsweise kann neben erhöhten Cholesterinwerten auch erhöhte Leberwerte zur Folge haben. Hier die wichtigsten durch zu Cholesterin verursachten Krankheiten im Überblick:

  • Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel im Blut), meist erblich bedingt und ernährungsunabhängig
  • Xanthomatose oder Cholesterinspeicherkrankheit, bei der Cholesterin in der Haut gespeichert wird
  • koronare Herzkrankheit
  • Arteriosklerose (Ablagerungen an den Gefäßwänden)
  • Gallensteine

Wie ernähre ich mich gesundheitsbewusst mit einer cholesterinarmen Ernährung?

Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten kein Cholesterin.

Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten kein Cholesterin. Eine cholesterinarme Ernährung hilft, den Cholesterinspiegel zu senken. – © Albert Pschera

Zwar wird der Großteil des Cholesterins vom Körper selbst produziert und nicht mit der Nahrung aufgenommen, doch eine cholesterinarme Ernährung senkt nachweislich den Cholesterinspiegel, denn bis zu einem Viertel des Cholesterins wird mit der Nahrung aufgenommen.

Somit bietet eine bewusste Ernährung die Möglichkeit, erhöhte Cholesterinwerte wirksam zu senken. In vielen Fällen lässt sich durch eine Ernährungsumstellung die Einnahme cholesterinsenkender Medikamente vermeiden.

Cholesterin nur in tierischen Lebensmitteln

Wer sich cholesterinbewusst ernähren möchte, muss wissen, welche Lebensmittel die Substanz überhaupt enthalten. Die gute Nachricht lautet: Der Stoff kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Dieser Umstand macht es Vegetariern leicht, die Cholesterinaufnahme komplett zu vermeiden.

Stark cholesterinhaltige Lebensmittel

Wer jedoch auf tierische Lebensmittel nicht verzichten möchte, kann zumindest den Konsum stark cholesterinhaltiger Nahrung vermeiden oder einschränken. Zu den Lebensmitteln mit besonders hohem Cholesteringehalt zählen Eigelb mit 580 mg pro 100 g und Innereien, z. B. Kalbshirn enthält 2000 mg/100 g, Hühnerleber 580 mg/100g. Aber auch Schalentiere wie Krabben und einige Fische enthalten viel Cholesterin.

Fettarme Produkte bevorzugen

Vorsicht geboten ist ebenfalls bei fetthaltiger Wurst (400 mg/100 g) geboten. Bevorzugen Sie daher fettreduzierte Wurstsorten und fettarmes Fleisch, um Ihren Cholesterinkonsum in Grenzen zu halten. Putenfleisch enhält z. B. nur 75 mg Chol./100 g. Ähnlich verhält es sich mit Käse. Während 100 g Käse mit 45 % Fettgehalt ca. 100 mg Cholesterin enthalten, finden sich in fettreduziertem Käse nur rund 50 mg des Stoffs.

Pflanzliche Lebensmittel sind cholesterinfrei!

Grundsätzlich sollte pflanzlichen Lebensmitteln der Vorzug vor tierischen Lebensmitteln gegeben werden, da Erstere frei von Cholesterin sind. Das trifft auf alle pflanzlichen Lebensmittel zu, also alle Obst- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchte, Getreide, Reis, Nudeln (ohne Ei), Nüsse, pflanzliche Fette und Öle. Selbst sehr fetthaltige pflanzliche Nahrungsmittel wie Avocado oder Kokosfett sind cholesterinfrei.

Ist der Cholesterinspiegel dauerhaft zu hoch, lassen sich die Werte durch den bevorzugten Konsum von ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Gemüse und Obst senken.

Gesättigte Fettsäuren meiden

Gesättigte Fettsäuren sollten vermieden werden. Diese sind in allen tierischen Fetten enthalten, z. B. in Butter, Butterschmalz oder Gänseschmalz. Auch gehärtete Fette enthalten gesättigte Fettsäuren.

Bevorzugen Sie deshalb hochwertige Öle wie Rapsöl, Olivenöl und weiche Margarine auf Ölbasis. Öle enthalten größere Mengen wertvoller Omega-3-Fettsäuren und weniger schädliche Transfettsäuren als gehärtete Fette.

Bewegung senkt Cholesterinspiegel

Aber auch über die Ernährung hinaus wirkt sich ein gesunder Lebensstil mit Sport und regelmäßiger Bewegung positiv auf die Gesundheit aus. Sorgen Sie für Entspannung und ein moderates Training des Herz-Kreislauf-Systems, am besten durch Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern, Laufen oder Schwimmen. Körperliche Aktivität hilft, die LDL- und Trigycerid-Werte zu senken.

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